UNIFEM fordert ein deutliches Nein

10. Dezember 2009, 11:19
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Österreichisches Nationalkomitee startet im Rahmen der UN-Kampagne Unterschriften-Aktionstag im Parlament

Wien - Bis zu 70 Prozent aller Frauen erfahren einmal in ihrem Leben Gewalt von einem Mann. Oft gehört diese Gewalt zur Tagesordnung: Laut einer Weltbankstudie stellen Vergewaltigung oder häusliche Gewalt für Frauen zwischen 15 und 44 Jahren ein größeres Risiko dar als Krebs, Verkehrsunfälle, Kriege oder Malaria.

Vergewaltigung als Kriegsmittel, häusliche Gewalt, so genannte "Ehrenmorde", Frauenhandel oder Genitalverstümmelung schädigen generationenübergreifend Familien und Gemeinschaften: "Wir müssen die Wurzeln der Gewalt bekämpfen, indem wir die Diskriminierung beseitigen und die geistige Haltung verändern, die sie am Leben erhält", so UN Generalsekretär Ban Ki-moon. "Gewalt gegen Frauen hat verschiedene Formen - physische, sexuelle, psychologische und emotionale. Diese sind miteinander vernetzt und betreffen alle Altersklassen - von ungeborenen Babys bis zu älteren Menschen." 

Gewalttaten im sozialen Nahraum

Die weltweit am häufigsten auftretende Form von physischer Gewalt ist die durch einen vertrauten Partner. Laut Kriminalstatistik des Innenministeriums werden Frauen in Österreich 300.000 Mal pro Jahr Opfer von Gewalt innerhalb der Familie. Jede 5. Frau in Österreich ist in ihrer Ehe oder Lebensgemeinschaft von Gewalt durch den Partner bedroht. Dies betrifft Frauen aller Altersstufen, Schichten und Kulturen.

90 Prozent der Gewalttaten werden in der Familie und im sozialen Nahraum begangen. Zwischen 40 und 70 Prozent der weiblichen Mordopfer in Australien, Kanada, Israel, Südafrika und den USA werden laut WHO von ihren Partnern getötet. Weltweit wird angenommen, dass eine von fünf Frauen im Laufe ihres Lebens Opfer einer (versuchten) Vergewaltigung wird. In der Demokratischen Republik Kongo werden jeden Monat 1.100 Vergewaltigungen verzeichnet. Seit Beginn des bewaffneten Konflikts sind schätzungsweise 200.000 Frauen Opfer sexualisierter Gewalt geworden.

FGM und Sklaverei

Etwa 130 Millionen Frauen mussten Genitalverstümmelungen über sich ergehen lassen. Jedes Jahr sind zwei Millionen Mädchen der Gefahr dieser Riten ausgesetzt. 500.000 bis zwei Millionen Menschen werden jährlich in die Prostitution, Zwangsarbeit oder die Sklaverei verschleppt. 80 Prozent der Opfer sind Frauen und Mädchen.

Unterschriften-Aktionstag

Im Rahmen der UN-Kampagne "Say NO - UNiTE to End Violence against Women" fordert das Österreichische Nationalkomitee für UNIFEM ein deutliches Nein gegen die Gewalt an Frauen und startet einen Unterschriften-Aktionstag im Parlament mit Unterstützung von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Ziel ist, die Unterschriften aller Regierungsmitglieder und möglichst vieler ParlamentarierInnen zu sammeln, um die Kampagne zu unterstützen und zu Aktionen aufzurufen.

Weit reichende Aktionspläne notwendig

"Say NO - UniTE to end violence against women" fordert die Regierungen aller Länder dazu auf, sich gemeinsam gegen Gewalthandlungen an Frauen auszusprechen und bis zum Jahr 2015 effektive Gesetze zu erlassen, weit reichende Aktionspläne umzusetzen, präventive Maßnahmen zu ergreifen, Datenbanken einzurichten und systematisch gegen sexualisierte Gewalt in Konflikten vorzugehen. Bisher haben bereits alle Regierungsmitglieder aus Japan, Island und Finnland unterschrieben sowie zahlreiche einzelne Regierungsmitglieder weltweit. Jetzt werde es auch für Österreich Zeit, sich hinter die Kampagne zu stellen und zu Gewalt gegen Frauen deutlich "Nein" zu sagen, fordert UNIFEM. (red)

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    Seit zehn Jahren ist der 25. November der Internationale Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen. Die 16 Tage bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, stehen im Zeichen der UN Kampagne "Say NO - UNiTE to End Violence against Women".

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