Ehrliches Gewerbe

10. Dezember 2009, 09:35
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Der schlechte Ruf der Politik und die Zukunftspläne von Hermann Maier

Hermann Maier will weder Schauspieler werden noch für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren, sagte er bei seiner Verabschiedung als Sportler in seiner Heimatgemeinde Flachau: "Da werde ich lieber wieder Maurer, das ist ein ehrliches Gewerbe."

Das war einerseits vielleicht voreilig. Im Werbespot, in dem er vor der Traumvilla auf die schöne Frau wartet, ein herbes "Wos is?!" hinaufruft und dann am Lenkrad einschlummert - da wirkte er recht authentisch. Das mit dem Bundespräsidenten hat - außer den Buntzeitungen - eh niemand ernst genommen.

Aber etwas stört bei der Aussage ein bisschen, so wie ein hartnäckiger Eisbrocken zwischen Skischuh und Skibindung: das "ehrliche Gewerbe". Lieber Maurer als Schauspieler - oder als Politiker? Auch der Bundespräsident ist ein Politiker. Wahrscheinlich wollte Maier nicht ausdrücklich sagen, dass Politiker sein kein ehrliches Gewerbe ist. Aber es klang so. Und gerade von einem alpenländischen Gesteinsbrocken wie ihm kommt das nicht gut.

Die Politik ist an ihrem Ruf selbst schuld. Trotzdem ist es ein schlechtes Zeichen, wenn sie als Synonym für unehrlich gilt. (rau, DER STANDARD Printausgabe 10.12.2009)

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    "Wos is?!"

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