Neugebauer: "Sieg der Vernunft"

10. Dezember 2009, 09:42
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111 Millionen Euro für Beamte - Erhöhung wirkt sich unterschiedlich aus

Die Mittwochabend beschlossene Erhöhung der Beamtengehälter um 0,9 Prozent wirkt sich aufgrund einer Zusatzzahlung von vier Euro im Monat unterschiedlich auf die Gehaltsgruppen aus: Bei Einkommen bis zu 1.250 Euro brutto beträgt die Steigerung laut Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) 1,23 Prozent, ab einem Bruttoeinkommen von 9.000 Euro ur noch 0,94 Prozent. Ein Sachbearbeiter bekommt durch den Abschluss beispielsweise monatlich rund 19 Euro mehr.

Akademiker

Rund 0,95 Prozent mehr verdient somit ein Sektionschef, dessen Bruttogehalt sich von rund 8.780 Euro auf 8.860 Euro erhöht. Stellvertretende Sektionschefs bekommen 67 Euro im Monat mehr, das entspricht einer Steigerung von rund 0,96 Prozent. Verdiente man im öffentlichen Dienst als Akademiker bisher 5.000 Euro, sind es ab 1. Jänner kommenden Jahres 5.049 Euro (+0,98 Prozent). Akademiker mit zwölfjähriger Berufserfahrung bekamen bisher etwa 3.500 Euro, künftig sind es 3.535,5 Euro (+1,01 Prozent).

Lehrer

Pflichtschullehrer können sich als Berufseinsteiger über ein Gehaltsplus von rund 1,12 Prozent freuen, bei einem Gehalt von 1.800 Euro entspricht das monatlich etwa 20 Euro. Bei einem Sachbearbeiter, der bisher 1.700 Euro verdiente, macht die Steigerung rund 1,14 Prozent aus. Prozentuell relativ hoch ist die Erhöhung mit rund 1,19 Prozent im Hilfsdienst - absolut gibt es bei einem Einkommen von 1.380 Euro um rund 16,42 Euro mehr pro Monat.

Die Hälfte der Staatsdiener bekommt ein Gehalt von unter 2.430 Euro, hieß es auf Anfrage der APA aus dem Büro von Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S). Zehn Prozent der Beamten verdienen mehr als 4.610 Euro monatlich. Ebenfalls zehn Prozent der öffentlich Bediensteten haben ein Einkommen von weniger als 1.370 Euro im Monat.

Die Zusatzzahlung von exakt vier Euro, die den Beamten vierzehn Mal jährlich ausbezahlt wird, ist staffelwirksam, gilt also auch für die Berechnungen der Folgejahre.

Neugebauer zufrieden

Fritz Neugebauer, Chef der Beamtengewerkschaft, spricht von einem " Sieg der Vernunft", wenn er von den Gehaltsverhandlungen der öffentlich Bediensteten spricht. Im Ö1-Morgenjournal zeigte er sich über das Ergebnis zufrieden.

Die Gewerkschaft hätte die Abgeltung der Inflationsrate außer Streit gestellt und das ursprüngliche Angebot der Regierung verdoppelt, sagt Neugebauer zu Ö1.

111 Millionen stellen Kanzler und Vizekanzler für das kommende Jahr zur Verfügung.

Salzburg und Kärnten planen für die Landesbediensteten Nulllohnrunden. Vorarlberg hat eine Gehaltserhöhung von Landes- und Gemeindebediensteten von 0,5 Prozent beschlossen. Oberösterreich und Tirol wollen sich am Bundesergebnis orienteren. (APA, red, derStandard.at, 10. Dezember 2009)

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    "Sieg der Vernunft" oder Verhandlungsgeschick: Neugebauer hat nach der Beamtenlohnverhandlungsrunde gut lachen.

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