Datenschutz

Facebook: Privacy-Fiasko vorprogrammiert

Gregor Kucera, 10. Dezember 2009, 09:50
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    foto: archiv

    Die Privacy-Einstellungen wurden überarbeitet und können leichter geändert werden, aber es gibt heftige Kritik von der EFF an Facebook.

"Deine Privatsphäre-Einstellungen können zu deinem Schutz nicht bearbeitet werden" - Bürgerrechtler rufen zum Protest auf

Bereits im Juni kündigten die Betreiber des sozialen Netzwerks Facebook an, für die AnwenderInnen bessere, übersichtlichere und einfachere "Privatsphäre-Einstellungen" bringen zu wollen. Seit Mittwoch werden diese Einstellungsmöglichkeiten nun bei 350 Millionen UserInnen ausgerollt. Doch die guten Ansätze haben einige Umsetzungsschwierigkeiten und zudem verstecken sich noch einige negative Aspekte in den Untiefen der Datenschutzerklärungen.

Verbesserungen, aber noch verbesserungswürdig

Grudnsätzlich sind die Privacy-Einstellungen und auch schon die Tatsache, dass sich die Betreiber von Facebook dieser Thematik in dieser Breite widmen, als positiv zu werten. Die AnwenderInnen bekommen tatsächlich einige Möglichkeiten und es lassen sich auch viele Einstellungen schneller und einfacher ändern. TechCrunch berichtet jedoch von einigen ungelösten Problemen und zudem einer Vielzahl verwirrender Aspekte in den Privacy-Einstellungen.

"Deine Privatsphäre-Einstellungen können zu deinem Schutz nicht bearbeitet werden"

Facebook hatte nun ein gutes halbes Jahr Zeit sich zu überlegen, wie man den Spagat zwischen Datenschutz, Administrierbarkeit und Werbung schaffen will. Einiges wurde tatsächlich verbessert, anderes wiederum aber leider nicht in Angriff genommen. Als bestes Beispiel ein Satz der bei einigen Facebook-AnwenderInnen schon für so manches Schmunzeln gesorgt haben dürfte - "Deine Privatsphäre-Einstellungen können zu deinem Schutz nicht bearbeitet werden", heißt es nun bei so manchen Einstellungsversuchen.Die EFF hat eine sehr gute Präsentation zu den neuen Facebook-Privacy-Settings erstellt, die sich AnwenderInnen von sozialen Netzwerken anschauen sollten.

"Empfohlene Einstellungen  werden nicht empfohlen"

Die US-BürgerechtlerInnen der Electronic Frontier Foundation (EFF) titeln "Facebook's New Privacy Changes: The Good, The Bad, and The Ugly" und liefern damit einen sehr guten Überblick über gute gelöste Dinge und versteckte Gemeinheiten. Zwar findet die EFF einige positive Aspekte - etwa, dass es nun wirklich deutlich einfacher wurde Änderungen vorzunehmen, haben aber auch einen  großen Kritikpunkt: Die von Facebook "empfohlenen Einstellungen" sind nicht unbedingt empfehlenswert, so die BürgerrechtlerInnen.

Sehr große Kritik

Die EFF hat aber auch - und zwar zu Recht - sehr große Kritik an den Änderungen. Es ist nämlich so, dass im Zuge der neuen Privatsphären-Einstellungen einige wesentliche Punkte der alten Regelungen einfach verschwunden sind. Ein großes Problem ergibt sich bei den so genannten "Fan"-Pages. Während man in der nicht allzu weiten Vergangenheit bestimmen konnte welche Informationen sichtbar sind - wurden nun Name, Profilbild, Stadt, Geschlecht und Netzwerke zu "öffentlichen Informationen" - so genannten "publicly available information" oder "PAI"  auf den Fanseiten erklärt.

Aufruf zum Protest

Die EFF ruft die AnwenderInnen nun zu Protest und Unmutsäußerungen auf: "Schwerwiegende Einstellungen in den Privacy-Settings werden nun per default (also voreingestellt) mit dem gesamten Netzwerk geteilt - in einigen Fällen sogar ohne, dass die UserInnen Möglichkeiten zum eingreifen hätten. Wenn Sie ein Facebook-Anwender sind und unsere Ansicht teilen, dann besuchen sie die Facebook Site Governance-Seite und hinterlassen einen Kommentar in dem sie die wirkliche Kontrolle über alle ihre Daten einfordern. In der Zwischenzeit müssen Sie abwägen, ob die Teilnahme am neuen Facebook diese massiven Einschränkungen in der Privatsphäre wert sind." (Gregor Kucera, derStandard.at vom 10.12.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 272
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mard
00
19.12.2009, 14:20

"öffentlichen Informationen" - so genannten "publicly available information" oder "PAI"

muss man wirklich jedem deutschen begriff gleich ein englisches akronym zuordnen?

Mawol
01
13.12.2009, 23:04
Die EFF hat eine sehr gute Präsentation [...] erstellt,

Hinter dem angeblich empfehlenswerten Link verbirgt sich ein 8,6MB großes pdf, das nichts als die Facebook-eigene Präsentation zum Thema enthält.
Also nix mit "von der EFF erstellt".

afri cola
02
12.12.2009, 21:50

Die wirkliche Gefahr bei Facebook sind die Applications: Sie ködern User bei Intelligenztests, Spielen usw. mitzumachen, aber was für Auswirkungen das nach sich zieht, ist vielen unbekannt. Diese Applications haben nämlich standardmäßig Zugang zu allen (!) Informationen des Users als auch zu denen seiner Freunde.
Zu deaktivieren unter: Settings > Applications and Websites > What your friends can share about you [Edit Settings] oder noch besser: keine Fotos raufladen und Daten preisgeben oder sich abmelden ;)

MacBrotherhood
00
12.12.2009, 15:47
Jeder selbst Schuld

Wie es auch sei, jeder kann doch frei entscheiden ob er sich auf ner Plattform wie Facebook registriert! Meiner Meinung nach gehen viele User zu locker mit Facebook um. Es wird gepostet was das Zeug hält, private Informationen preisgegeben, ohne wirklich zu wissen, was mit diesen Daten passiert bzw wer sich einen Zugriff auf diese Daten verschaffen kann.

madbad
00
12.12.2009, 11:07
Bürgerrechtler rufen zum Protest auf

So was blödes kann auch nur über dem großen Teich passieren. Kein Mensch kein Gott zwing irgend einen sich bei Facebook zu Registrieren . Ich war auch mal bei Facebook das ist schon ewig her den Account habe ich gelöscht wo sich Microsoft eingekauft hat.

ich finde keinen namen
23
11.12.2009, 20:31
facebook

der rummelplatz für dummies

mario kainz
 
00
11.12.2009, 16:58
mein gott

sollen doch alle in die agb;s schreiben " wir machen mit deinen daten was wir wollen, wenn du das nicht willst: hau ab"

oh. dann haben ja die datenschuetzer nix mehr zu tun.

Mein Postingname bietet keine Angriffsfläche
101
11.12.2009, 12:38

Kann es sein, dass diejenigen die hier über Facebook herziehen sogenannte Geeks sind, die kein "Reallife" haben und sich deshalb fb verweigern?

Christ Kind
02
11.12.2009, 15:16
jeder dreht

sichs halt so wie ers braucht. Ich hab fuer FB einfach keine Zeit, da ich mit Freunden im Pub sitz und Spass hab. Interpretation ueberlass ich Ihnen.

sterngucker
 
05
11.12.2009, 13:57
Wenn wir uns schon unbedingt aufs Ad-hominem-Niveau begeben müssen,

dann sind wohl eher Leute, die Facebook mit "real life" gleichsetzen, verdächtig, letzteres nicht zu haben.

Vorratsdatenspeicherung = Verfassungswidrig!
32
11.12.2009, 13:53
facebook ist für kinder

die kein real life haben!

normale menschen brauchen son schrott nicht...

marie berg
00
18.1.2010, 12:11
und onlineforen

für menschen, die irl nix zu sagen haben?

locallost
02
11.12.2009, 12:11

meine frage ist viel eher: wie komme ich, als jemand der nicht bei fb registriert ist dazu, dass fb daten über mich sammelt (geschieht z.b. wenn fb die mails/adressbücher von menschen scannt, dir mir mal geschrieben haben - bei hotmail etc)

eolith421
41
11.12.2009, 11:25
Alle Jahre wieder

Die Kommentare kommen mir hier teilweise sehr bekannt vor. Aussagen, wie das wird nach drei Monaten fad, ist ohnehin nur ein Hype, ist ein Blödsinn, braucht niemand, ich gehöre noch zur Kafeehausgeneration, habe ich schon öfters gehört genauer gesagt als die ersten Handys auf den Markt kamen, als das Internet einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt wurde, als die ersten E-Mails kamen etc. Jede neue Technologie wird immer Kritiker auf den Plan rufen. Tatsache ist aber, dass Facebook, MySpace etc. Leute darin unterstützt mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Nicht jeder hat die Möglichkeit seine Freunde ständig anzurufen oder sich mit Ihnen zu treffen, trotzdem will man in Kontakt bleiben. Jemand der das nicht will kann es ja sein lassen.

sterngucker
 
06
11.12.2009, 12:06
Ein Appell an den logischen Verstand

Daß auch früher eingeführte Technologien kritisiert wurden, heißt erstens nicht, daß diese Kritik unberechtigt war, und ist zweitens schon gar kein Beweis dafür, daß die jetzigen Kritiker unrecht haben.

natoll
03
11.12.2009, 11:30

geht ja auch nicht darum den leuten facebook zu verbieten, sondern auch nicht-experten klar zu machen welche macht datensammlungen heutzutage haben bzw. haben können.
betrifft ja nicht nur facebook.




Vorratsdatenspeicherung = Verfassungswidrig!
02
11.12.2009, 13:56
das problem ist, dass nichtexperten meistens gegen datenschutz sind

weil sie einerseits nicht wissen, wie und wozu man ihre daten verwenden kann.

ganz nach dem motto: "es kostet nix, es funktioniert, der rest interessiert mich nicht"

dieDenker.org/oberdenker
01
11.12.2009, 11:00
Alle Achtung!

Ich wurde gestern nach dem Facebook-Login auch automatisch dazu aufgefordert, meine Datenschutzeinstellungen anzupassen.

Im erscheinenden Fenster waren dann automatisch die neuen Einstellungen voreingestellt, d.h.

- ich musste "proaktiv" bei allen Punkten das Häkchen auf "alte Einstellung beibehalten" setzen.

Zum Glück habe ich mich nicht darauf verlassen, denn als ich im Anschluss die Privatsphäre-Einstellungen nochmals durchschaute musste ich feststellen, dass

- sich einige weitere Änderungen eingeschlichen hatten, z.B. wären mein Profilbild und andere Infos plötzlich öffentlich bzw. für Freunde v. Freunden sichtbar gewesen

Wir freuen uns auch über Ihre Warnungen und Tipps hier:

http://www.diedenker.org/inhalte/v... .php?t=327

Elwood Blues
00
11.12.2009, 10:15

Hab meine Meinung in meinem Facebook-Status gepostet. Auf Englisch. Wird aber in 20 Minuten von einem Bericht über meinen Stuhlgang ersetzt werden.

Andreas Schmidt
00
11.12.2009, 10:03
Der Wappler chatet und schreibt mit der Nina über Facebook

Also der Wappler hat sich nicht ausgekannt: er hat alte einstellungen behalten angekreuzt

stasiman
06
11.12.2009, 09:26
niaravani über facebook

http://www.youtube.com/watch?v=v5cZaaRzwGk

herrlich!

Ko Prolyt
02
11.12.2009, 09:16
wie blöd sind denn die jetzt?

"die privacy einstellungen können zu deinem schutz nicht bearbeitet werden" -> Einstellungen ändern klicken -> passwort eingeben -> und schon kann man alles ändern.

das ist ein typischer fall von RTFM...aber hauptsache facebook bashen.

denn...facebook sammelt unsere daten und wird sie irgendwann gegen uns verwenden. unsere arbeitgeber arbeiten nämlich mit facebook zusammen damit sie uns erpressen können weil sie wissen, dass wir am wochenende mit jemand fremden gevögelt, geraucht und gesoffen haben...oder wir der gruppe der "wellensittich liebhaber" beigetreten sind-auf welcher sich fotos von vögelnden sittichen befinden und wir also pervers sind...

scheidungskind am standesamt
15
11.12.2009, 08:23
deaktiviert...

...euer profil, so lange ihr noch könnt ;-)

und nicht vergessen vorher die zugangsdaten abzuändern.

therd
01
12.12.2009, 18:04

Was soll das bringen? Facebook sind die Zugangsdaten wurscht, oder meinst Du für Dich selbst?


Ich habe selber schon ein Facebook Account, würde dort aber nichts veröffentlichen was ich nicht auch auf einer öffentlichen Homepage veröffentliche/veröffentlichen würde.

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