"AUA darf 2011 kein Geld mehr verbrennen"

10. Dezember 2009, 17:48
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Ab Frühjahr 2010 wird der Personalabbau bei der AUA schlagend. Gleichzeitig nimmt die Airline kleine Flugzeuge aus der Flotte

"On track" - auf Schiene sieht AUA-Vorstand Peter Malanik den bei den Austrian Airlines eingeschlagenen Sanierungskurs. "Wir werden ein sehr viel günstigerer Netzwerk-Carrier werden" , sagte er am Donnerstag am Rande der Feierlichkeiten zur Aufnahme von Brussel Airlines in den Star-Alliance-Verbund mit der Lufthansa (LH) in Brüssel. Für 2010 gebe es ein Hauptziel - die Kosten zu senken, die Produktivität zu erhöhen. Die "Kosten pro Sitzplatz" müssten "sehr deutlich" sinken, erklärte Malanik, ohne Zahlen zu nennen.

Dies soll vor allem durch Maßnahmen auf zwei Feldern erreicht werden: erstens "interne Kosten reduzieren" , sprich beim Personal kräftig einsparen, den langfristigen Wartungsbereich schließen, und zweitens "größere Flugzeuge einsetzen" , wodurch pro Passagier geringere Kosten entstünden. Ab 2010 beginnen die Maßnahmen zu greifen, kündigte der AUA-Vorstand an, am Ende "wird es hoffentlich wieder Profit geben" , so Malanik.

Die Lufthansa als Muttergesellschaft der AUA ist an der belgischen Fluglinie mit 45 Prozent beteiligt, weshalb LH-Chef Wolfgang Mayrhuber zur Begrüßung des neuen Alliance-Partners in die EU-Hauptstadt kam. Richtung AUA zeigte er sich "zufrieden" mit der bisherigen Integration in seinen Konzern. Mayrhuber ließ aber keinen Zweifel daran, dass die AUA 2011 wieder Gewinne schreiben müsse: "Erstens muss die AUA die Servicequalität halten, zweitens ihre Kapazitäten anpassen, drittens die Kosten extern und intern so reduzieren, dass sie operativ vor Sondereffekten nächstes Jahr kein Geld mehr verbrennt" , betonte er vor Journalisten, sondern "im darauffolgenden Jahr wieder Geld verdient" . Das sei "machbar" , so Mayrhuber, der darauf hinwies, dass volle Flugzeuge noch kein Hinweis auf gute Erträge seien.

Hoffnung auf anziehende Märkte

Hoffnung setzt er vor allem auf einen anziehenden Markt in Osteuropa, wo die AUA größte Einbrüche verzeichnete, insbesondere bei Geschäftsleuten. Dennoch werde es Jahre dauern, bis frühere Preise und Erträge wieder erreicht werden, sagte Mayrhuber. Er geht auch davon aus, dass die Konsolidierung der Airline-Branche weltweit ungebremst weitergehen werde.

Die AUA machte in den ersten drei Quartalen einen Verlust von 242,3 Mio. Euro bei einem Umsatz von 1,49 Mrd. Euro. Malanik wollte keine Angaben machen, wie die Bilanz zu Jahresende aussehen könnte. Er wies aber darauf hin, dass wegen der hohen Zahl an Kurzarbeitern - 2600 von 8000 - der Personalabbau erst im Frühjahr 2010 voll durchschlagen werde, wenn der Kündigungsschutz auslaufe. Angestrebt wird ein Personalstand von rund 6000 Mitarbeitern.

Malanik lobte die Kooperationsbereitschaft von Betriebsrat und Gewerkschaft, die verstünden, dass es darum gehe, den verbleibenden Mitarbeitern eine Zukunftschance zu geben. Die Reduzierung der Flotte von 91 auf 84 werde mit dem Sommerflugplan vollzogen. Kleine Maschinen mit 50 Plätzen werden aussortiert.

Ab dem Winterflugplan soll es dann laut Malanik ein völlig neues "Netzdesign" geben, mit weniger Anschlussflügen in Wien, aber mehr Produktivität. Um Landerechte in Russland werde man weiter verhandeln müssen, sagte der AUA-Vorstand, und "die Russen werden was dafür wollen" . (Thomas Mayer aus Brüssel, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 11.12.2009)

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