Scharia für die "kleinen" Dinge

9. Dezember 2009, 21:21
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Die Sprüche dieser Gerichte sind bindend. Freilich nur solange, als sie mit geltendem britischen Recht im Einklang stehen

London - Islamische Scharia-Gerichte agieren in Europa oft am schmalen Grat zwischen Integration und Illegalität. In Großbritannien etwa schätzt man, dass rund 90 Scharia-Gerichte nach dem 1996 erlassenen "Arbitration Act" Recht sprechen. Meist geht es um Ehe-, Erbschafts- und Nachbarschaftsangelegenheiten.

Die Sprüche dieser Gerichte sind bindend. Freilich nur solange, als sie mit geltendem britischen Recht im Einklang stehen und auch von allen involvierten und beteiligten Parteien anerkannt werden.

Gleichzeitig ist aber auch unumstritten, dass etliche, meist kleinere, britische Scharia-Gerichte immer wieder ihre Kompetenzgrenzen überschreiten. Vor allem Scheidungen von Ehen, die lediglich muslimisch, aber nicht zivilrechtlich geschlossen worden sind, gelten als problematisch. Etwa dann, wenn es um Unterhalts- oder Alimentationspflichten geht. In einem Fall, der 2008 bis vors britische Höchstgericht ging, kamen die (weltlichen) Richter zu dem Schluss, dass die Gesetze der Scharia mit den Menschenrechten "nicht kompatibel" seien. (red, DER STANDARD Printausgabe 10.12.2009)

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