EU-Außenminister

Harsche Kritik der EU an Türkei "gerechtfertigt"

9. Dezember 2009, 19:30

Faymann und Spindelegger informieren Parlament

Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) hat am Mittwoch im EU-Hauptausschuss des Nationalrats erklärt, dass "wir uns darauf einstellen müssen, dass das Regime in Teheran offensichtlich nicht mit der internationalen Staatengemeinschaft kooperieren will". Im Zuge der Gespräche der EU-Außenminister am Dienstag bei den Vorbereitungen des Europäischen Rates habe es eine "intensive Diskussion" zum Thema Iran gegeben, berichtete Spindelegger. Es werde eine Debatte über mögliche Sanktionen geführt werden müssen.

Erste Anlaufstelle dafür sei der UNO-Sicherheitsrat. Sollte dort keine Einigung erzielt werden können, stelle sich auch für die EU die Frage, ob Sanktionen verhängt werden müssten. "Österreich wird sich einer solchen Debatte nicht verschließen. Entscheidend ist, dass mögliche Sanktionen nicht die Bevölkerung als Leidtragende treffen, sondern das Regime."
Keine Fortschritte

Diskutiert habe man auch über die Beurteilung des Berichts der EU-Kommission zur Türkei. Trotz "bemerkenswerter Fortschritte", etwa in Bezug auf die kurdische Minderheit und die Beziehungen zu Armenien, gebe es noch "große Defizite". Insbesondere in der Frage der Grundfreiheiten und der Normalisierung der Beziehungen zu Zypern seien keine Fortschritte festzustellen gewesen, bedauerte Spindelegger. Daher sei die "harsche Kritik" vonseiten der EU gerechtfertigt. "Die Türkei muss sich im Klaren sein, dass ihr Weg nach Europa über Zypern führt. Ohne Fortschritte in dieser Frage kann es auch keine Fortschritte in den Verhandlungen geben."

Kanzler Werner Faymann widmete sich im EU-Hauptausschuss dem Klimagipfel in Kopenhagen. Österreich habe im Rahmen des Kioto-Protokolls "sehr engagierte" Vorhaben und steige deshalb in der öffentlichen Diskussion "schlechter aus", als es eigentlich verdiene. Man werde sich in jedem Fall "sehr dafür einsetzen", dass der Klimagipfel ein "Erfolg" werde. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 10.12.2009)

seventy-seven
01
14.12.2009, 11:00
Die Türkei ist...

nicht EU reif! Sie ist sogar eine Gefahr fÜr Europa. Die werden im EU Parlament für imense Streitigkeiten sorgen. Zypern ist nur ein kleines Besipiel Türkischer Aroganz....

Helmut Neumann
02
10.12.2009, 19:20
Bemerkenswerte Fortschritte?

Auf Worte sind bisher keine Taten gefolgt. Noch immer hält die Türkei keine diplomatische Beziehungen zu Armenien und die Grenze ist immer noch zu und die Kurden werden immer noch willkürlich verhaftet und gefoltert.
Die Verträge sind nur zum Täuschen vereinbart worden. Wie die Türkei bereits signalisiert hat, wird sie sich nie daran halten.

Bayro
23
10.12.2009, 11:58
Stolperstein Zypern

Die Äusserung "Die Türkei muss sich im Klaren sein, dass ihr Weg nach Europa über Zypern führt" finde ich suspekt.
Wieso ist dann Zypern in die EU aufgenommen worden ohne ihre "Probleme" mit Nordzypern zu lösen. 2004 hat es ja auch niemanden interessiert, wieso dann jetzt? Weil immer wenn es um die Türkei geht, zweierlei Maß gemessen wird. natürlich immer zum Negativen.

Jan Sommer
02
11.12.2009, 13:40
Weil die Zyprioten für die fortgesetzte, illegale, kriminelle, türkischeBesetzung


eines Teils ihres Territoriums nicht in ihren Grundfreiheiten zu beschränken sind.

Dafür, dass die türkischen Machthaber ihr Geldwäscherparadies und den sicheren Hort vor Auslieferungen unbedingt behalten wollen sind die Zyprioten nicht verantwortlich.

Trotz Verurteilungen durch UNO Resolutionen und wiederholten Schadensersatzzahlungen sind die türkischen Machthaber nicht bereit illegales Diebesgut wieder herauszugeben.
js

Muro
21
9.12.2009, 21:51
"weg nach europa führt über zypern"

ist jetzt nicht ernst oder? frei nach der devise: "wieso einfach wenns auch kompliziert geht? tztzt

Ibn Chaldun
03
9.12.2009, 20:00
"...große Defizite. Insbesondere in der Frage der Grundfreiheiten.."

Im Klartext: Religionsfreiheit.

Sie haben zahlreiche kleine Schritte getan.
Aber in den beiden Grundfragen, aussenpolitisch Zypern und innenpolitisch Religionsfreiheit, hat Erdogan sich überhaupt nicht nach vorne bewegt. In der Religionsfreiheit geht es sogar nach rückwärts.

Deniz
01
9.12.2009, 22:14

Bist du Ibn, eh?

Aux Armes Citoyens!
00
10.12.2009, 12:54
ibn al rashid al gessera oder so...

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