Kärnten

Brand in Asylwerberheim - "Ziemlich sicher ein Brandanschlag"

09. Dezember 2009 18:41
  • Artikelbild
    Foto: apa/gert eggenberger

    Ein Toter und 19 Verletzte: die Folge eines Brandes in einem Asylwerberheim. Ein Brand, der entgegen Polizeiaussagen gelegt worden sein dürfte

Die Klagenfurter Polizei hat Brandstiftung kategorisch ausgeschlossen - Die Oberstaatsanwaltschaft Graz spricht aber von einem Anschlag und einem Verdächtigen

Klagenfurt - Im Juni 2008 hatten die Ermittler der Kärntner Kripo auffallend rasch ein Untersuchungsergebnis parat. Nur Stunden nach dem "Brand aus" in dem Klagenfurter Asylwerberheim - ein Schwarzafrikaner sprang damals in Panik aus dem Fenster und erlitt tödliche Kopfverletzungen, 19 weitere Flüchtlinge wurden verletzt - war mit Zigarettenstummeln in einem Mistkübel im ersten Stock des Hauses die Brandursache gefunden.

Brandstiftung wurde damals kategorisch ausgeschlossen

Brandstiftung wurde damit kategorisch ausgeschlossen. Zumindest bis zum November 2008, denn da führte der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Gottfried Kranz, gegenüber der Austria Presse Agentur aus, "mit großer Wahrscheinlichkeit" sei doch ein Brandbeschleuniger verwendet worden. "Die Sache" habe ursprünglich "anders ausgesehen". Grundlage für diese plötzliche Kehrtwende war ein gerichtliches Gutachten.

Doch der nächste Wandel folgte im Jänner diesen Jahres. Ein zweites Ermittlungsverfahren schloss einen Brandanschlag nun doch wieder aus. Knapp ein Jahr später ist aber wieder alles anders.

Hinweise verdichtet

Nach einem Bericht der Wiener Stadtzeitung Falter - zitiert wird unter anderem aus einem Gutachten, das eine "mutwillige Inbrandsetzung" als eigentliche Ursache sieht - bestätigt erstmals auch die zuständige Oberstaatsanwaltschaft Graz, dass sich Hinweise auf Brandstiftung verdichtet hätten.

Brandstiftungs-Verdächtiger

Für Oberstaatsanwalt Thomas Mühlbacher ist es "derzeit ziemlich sicher, dass es ein Brandanschlag war", sagte er im Gespräch mit dem Standard. Es gebe einen Verdächtigen, doch dieser habe ein Alibi, so Mühlbacher weiter. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung seien deshalb auch noch nicht abgeschlossen. Es werde versucht, "den oder die Täter auszuforschen" .

Feuerpolizeiliche Vorschriften nicht eingehalten

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hatte vor einigen Wochen der Grazer Staatsanwaltschaft ihren Vorhabenbericht zur Bearbeitung übermittelt. Schwerpunktmäßig sei es bei den Ermittlungen aber um die Klärung einer strafrechtlich relevanten Haftung gegangen. Der Betreiber des Asylwerberheimes und ein Mitarbeiter stehen im Verdacht, die feuerpolizeilichen Vorschriften nicht eingehalten zu haben. Ob Anklage gegen die beiden erhoben wird, steht noch nicht fest, derzeit liegt der Vorhabenbericht im Justizministerium.

"Das ist richtig" , bestätigt Paul Hefelle, Sprecher von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner. Ob es noch vor Weihnachten zu einer Entscheidung kommt, wie es in dem Verfahren weitergeht?"Darauf wollen wir uns nicht festlegen lassen, wir werden versuchen, uns das möglichst schnell anzusehen."

Kärtner Polizei zugeknöpft

Auch vonseiten der Kärtner Polizei gibt man sich zugeknöpft. "Uns kann man keine Schuld geben. Wir haben ordnungsgemäß ermittelt und der Staatsanwaltschaft Klagenfurt einen entsprechenden Bericht samt einem Gutachten übermittelt", so Polizeisprecher Gottlieb Türk zum Standard. Daher will er auch keine Stellungnahme dazu abgeben, dass einer der ermittelnden Beamten zweimal öffentlich erklärt hatte, das Feuer in der Unterkunft sei eindeutig keine Brandstiftung gewesen. Inhaltlich wollte Türk zum damaligen Ermittlungsergebnis nichts sagen: "Das ist jetzt Sache der Staatsanwaltschaft." (ker, moe, mro, DER STANDARD Printausgabe 10.12.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 175
1 2 3 4
Alexander Reiter
11.12.2009 11:33

Man sollte einen wichtigen Aspekt in der Sache nicht vergessen: Der Brand war am 12. Juni 2008, am selben Tag, an dem in Klagenfurt auch das EM-Spiel Kroatien - Deutschland ausgetragen wurde. Wenige Tage später war auch noch ein Folgespiel angesetzt.

Man kann davon ausgehen, dass ein enormer Druck auf die ermittelnden Behörden herrschte, die Sache wie einen Unfall aussehen zu lassen, oder zumindest nach Eigenverschulden der Bewohner. Die Austragungsorte bzw. die UEFA hätten Spekulationen über einen fremdenfeindlich motivierten, kriminellen Akt im Zusammenhang mit der Fußball-EM, womöglich noch mit Hooligans, nämlich äußerst wenig brauchen können.

Mutantenwastl
11.12.2009 06:13

Apocalypse Now II
The Baerental Junta

karl radek1
10.12.2009 18:43
Kärntner sind nicht verantwortlich


Denn seit dem Urteil zum LH wissen wir, dass selbst die Gallionsfiguren des Landes ihr Handeln und dessen Konsequenzen nicht verstehen können und daher auch nicht zur Verantwortung zu ziehen sind.
Entmündigte haben schon auch Freiheiten...


FSK
10.12.2009 16:43

Wenn es bei Ausländern, brennt verlangt die polit. Correctness dass es ein Anschlag war.
Da gilt dann halt auch einer mit Alibi als Verdächtiger.

kwazzo
11.12.2009 10:03
falsch

die political correctness verlangt keinen anschlag!

die kärntner behörden haben hier a) entweder gepfuscht wurde und/oder b) etwas zu vertuschenl.
beides ist aufzuklären.
punkt.

auf Leben und Brot
10.12.2009 17:43
der Brand wurde gelegt

Die Kärntner Kriminalpolizei vertuscht vorsätzlich einen Mordanschlag, um den Verdacht von einem Kärntner Lokalpolitiker auf die Opfer ablenken zu können.
Bis ins Innenministerium wird vertuscht und vernebelt.

Ein Sachverständiger hat festgestellt:
der Brand wurde gelegt.
Trotzdem bleibt die Kärntner Kriminalpolizei bei ihrer Behauptung, Brandstiftung sei auszuschließen.
Bis heute weigern sich die Klagenfurter Beamten, sachgerecht zu ermitteln.

ein Sittenbild Ihrer Gesellschaft, Herr fsk

FSK
10.12.2009 19:02

es gibt 2 Gutachten: eines sieht einen Unfall, das andere nicht.
für Leute mit Haß auf Kärnten und Ö zählt natürlich nur das zweite.
vielleicht bei orf lesen, wo das nicht so tendenziös beschrieben wird:
http://oesterreich.orf.at/kaernten/... es/337145/

James Cole
 
10.12.2009 20:11
also mir als kärntner ist es ziemlich peinlich wie sie argumentieren

speziell wenn sie ein jahr alte artikel ausgraben, die ja mit eben diesem standard-artikel widerlegt wurden (bezüglich neuer gutachten)
bzw. die ebenfalls hier (aktuell) beim orf-kärnten angezweifelt werden: http://kaernten.orf.at/stories/408747/

alibi, so ein witz, ich hab auch immer ein alibi wenn mich meine frau bei der geliebten wähnt! "hot mit mia zsomman gsoffen" "hot mit mir zsomman fuaßboll gschaut"

man kanns ja drehen und wenden wie man will. ein anschlag muss ja per se noch nit rassistisch sein. vielleicht handelt es sich um einen versicherungsbetrug!

fakt ist aber das polizei und politik hier wieder mal mächtig gepfuscht haben und sichs richten wollten! zum glück gibts noch ein "internes controlling"...
kärnten quo vadis?

FSK
10.12.2009 22:48

nochmals in Kurzfassung: es gibt 2 Gutachten eines so, eines anders.
peinlich sollte ihnen nur ihre Einstellung zum Recht sein, nach der offensichtlich Alibis nicht gelten wennn sie nicht zu ihren Vorurteilen passen, und Gutachten sooft wiederholt werden sollen bis sie genehm sind.

rosa parks
10.12.2009 17:08
so ist das nicht,...

...aber wenn brandbeschleunigerspur im stiegenhaus gelegt wurde, wie es das gutachten beschreibt, dann verlangt die intelligenz, dass es ein anschlag war.

FSK
10.12.2009 19:13

ich kenne genauso wie sie das Gutachten nicht, aber Brandbeschleuniger hat jeder im Haus.

irritiert das niemand sonst, dass jemand als verdächtig angesehen wird, der ein Alibi hat?

rorschach
11.12.2009 17:35
wieso?

es wird jemand verdächtigt der "ein alibi" hat so wenig ich die gutachten kenn sowenig kennen sie den ermittlungsstand - also schau ma mal - das jemand der verdächtigt wird/wurde ein alibi hat - hat ja noch nichts damit zu tun das der brand laut gutachten gelegt wurde (von wem auch immer)? wenn sich herausstellt das schlampig (bewußt oder unbewußt wird sich hoffentlich noch klären) gearbeitet wurde dann sollte das geklärt werden . punkt aus oder sehen sie das irgendwie anders?

Gaugi
10.12.2009 16:08
BITTE, was ist in Kärnten los?

gibts von dort auch mal was positives zu hören? oder herrscht dort noch immer abwehrkampf?

Dante Alighieri
10.12.2009 15:35

Die Vertreter der Klagenfurter Polizei sollten fristlos gekündigt werden und von jeglicher öffentlicher Tätigkeit ausgeschlossen. In Österreich hingegen bekommen sie von den vielen braunen Politikern vermutlich einen Sonderpreis.

Bignon
10.12.2009 17:23

um nochmal mein gestriges posting zu wiederholen:
der sumpf durchzieht ganz österreich

Oberösterreich: Denisa Soltísová
http://diepresse.com/home/spec... 2/print.do

Salzburg/Oberösterreich: Kaprun
http://www.zeit.de/2009/33/A-Kaprun
http://www.zeit.de/2009/46/A... e?page=all

Tirol: Duncan MacPherson
http://www.datum.at/7809/stor... ennem-eis/

Nick Knatterlos
10.12.2009 13:03
Grausiger Fall!

Peter Pilzz dazu am MITTWOCH, 09. DEZEMBER:
http://www.peterpilz.at

suboptimal
 
10.12.2009 13:24
Pilz sieht auch andere Verdächtigen

als der Herr Grazer Oberstaatsanwalt sehen will ....

"Der Eindruck lautet: Die Kärntner Kriminalpolizei vertuscht vorsätzlich einen Mordanschlag, um den Verdacht von einem Kärntner Lokalpolitiker auf die Opfer ablenken zu können. Bis ins Innenministerium wird vertuscht und vernebelt."

Kaputt Nick
 
10.12.2009 12:59
"Dort , wo man mit Blut die Grenze schrieb" gilt halt noch immer:

SENGEN STATT SCHENGEN !!!!!

Sepp Seppi
10.12.2009 12:32
Im Juni 2008 hatten die Ermittler der Kärntner Kripo auffallend rasch ein Untersuchungsergebnis parat.

Mich errinnert die Geschichte an ein Zitat aus einem Luky Luke Heft,welches frei zitiert lautete: der Gefängnischef zu Luke: "Er (ein Häftling der gerade Steine klopfte) hatte die Schwiegermutter des Gouverneurs ermordet, wurde zum Tode durch den Strang verurteilt und später vom Gouverneur zu 3 Monaten begandigt".

Greyarea
 
10.12.2009 13:28
die daltons und der psycho doc

Sepp Seppi
10.12.2009 14:45
danke, ich wusste nicht mehr welcher Band :-)

Gschamster Diener, Herr Direktor!
10.12.2009 12:12

Und es ändert sich genau gar nichts. Wie denn auch, in Österreich...

Quasis Herr Karl
Quasis Herr Karl
10.12.2009 11:55
Eine Bitte an die Oberstaatsanwaltschaft

Wenn die Kärtner Polizei kategorisch ausschließt dass es sich um keinen Brandanschlag handelt, so möge die OSta dies zur p.t. Kenntnis nehmen.

mitchfizzl
10.12.2009 15:20

na sie leben aber in einer sehr kleinen welt....

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 175
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.