Kopf des Tages

Lisa Jackson

09. Dezember 2009 18:26

Die erste schwarze Chefin der Umweltbehörde Environmental Protection Agency

Es ist eine politische List, auf die sich Lisa Perez Jackson da einließ. Mit der Entscheidung ihrer Umweltbehörde Epa, dass Treibhausgase künftig ähnlich wie Luftschadstoffe zu behandeln sind, stärkte sie Barack Obama den Rücken. Sowohl bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen als auch gegenüber seinem Kongress kann der US-Präsident nun leichter seine Vorstellungen zum Klimaschutz umsetzen.

Obama hatte im Dezember des Vorjahres Lisa Jackson als erste schwarze Chefin der mächtigen Umweltbehörde Environmental Protection Agency eingesetzt. Die Chemikerin, die als Jahrgangsbeste 1986 an der Tulane University in New Orleans promovierte, ist als scharfe Umweltverfechterin bekannt. Das habe ihr ihre Mutter eingeimpft, der Umweltvernachlässigung ein Gräuel war, sagte sie einmal.

Sie wurde in Philadelphia geboren und wenige Wochen nach ihrer Geburt von einer Familie in New Orleans adoptiert. Sie begann ihre Karriere 1986 bei der Epa. Nach 16 Jahren wechselte sie an die Spitze der Umweltbehörde des Bundesstaats New Jersey. Schon dort stand Jackson für eine entschlossene Klimapolitik. Sie legte einen Plan vor, wie New Jersey seine Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent senken könnte.

Doch ist die Verquickung von sechs Treibhausgasen mit Gesundheitsgefährdung juristisch kein ungefährliches Terrain. Da das wichtigste Treibhausgas Kohlendioxid, zumindest in den Dosen, in denen es gemeinhin vorkommt, nicht giftig ist, richten sich die energieintensiven US-amerikanischen Firmen bereits auf einen langen Gerichtsstreit ein.

Es sind die Wetterkapriolen und -katastrophen, die durch die Erderwärmung entstehen, die Lisa Jackson antreiben: Stürme, Überschwemmungen, Dammbrüche. Ihre Mutter hatte beim Hurrikan "Katrina" in New Orleans alles verloren, erklärte sie bei ihrer Anhörung vor dem Kongress. Seither hält sie den Klimawandel für die größte Bedrohung der Menschheit. Die 47-Jährige hatte bei der Präsidentenwahl ursprünglich Hillary Clinton unterstützt. Dennoch holte Obama sie schon in sein Übergangsteam, als die Regierungsübernahme vorbereitet wurde.

Lisa Jackson ist verheiratet, Mutter zweier Söhne und leidenschaftliche Köchin. Im US-Bundesstaat New Jersey, in der Stadt East Windsor lebend, ist sie bekannt für ihre alljährliche Mardi-Gras-Party, bei der sie in Reminiszenz an ihre Wurzeln in New Orleans kreolische Gerichte auftischt. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe, 10.12.2009)

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10 Postings
MerkurimLöwen
10.12.2009 16:58
schaut doch aus wie eine wienerin

Ava Tar
09.12.2009 21:10
Also hat Obama nun auch eine Katherine Harris

die es hinbiegt, was die Demokratie nicht hergibt.

haarspalter
10.12.2009 08:08

der Vorgang war demokratisch.
die Behörde hat nur endlich ihren Job gemacht.

Kiembeni
09.12.2009 21:46
Was haben wir?

Einen unfähigen Umweltminister.

Otto Ottinger
 
12.12.2009 10:37

keine angst ... unser berlakovitsch ist genauso gewissenlos wie frau harris.

lessismore
09.12.2009 19:34

Nächstes Jahr landet dann Wasser auf der Liste. Wir haben Euch gewarnt!

emma goldman
09.12.2009 18:51

"Lisa Jackson als erste schwarze Chefin" ?

wie bitte?
Haben die amis ein fehlreguliertes visuelles nervensystem?

emma goldman
10.12.2009 17:36

ps: gäbe es den mythos der schwarzen Rasse wären plötzlich mehr als 50 prozent der in den usa lebenden jetzt schwarzen plötzlich weiss. absurd.
aber immerhin: Seit 2000 gibts bei offiziellen Formularen die Kategorie mixed bzw. other.

emma goldman
10.12.2009 17:15

...es scheint so als ob erst dann, wenn in den usa der mythos der reinheit der weissen rasse analog zu deutschland 33-45 ad acta gelegt wird, jeder bzw. jede als das gesehen wird was er/sie wirklich ist.
Weil es mit dessen Überwindung nicht mehr so gesehen würde, dass ein wie gering auch noch ausfallender herkunftsmäßiger Anteil der von einem nicht weissen Vorfahren stammt dass "edle und schöne" besudelt, da es keine wertmäßige Hierarchie zwischen "Ethnien" bzw. schwarz und weiss mehr gäbe. es wäre gleichgültig.
... Niemand würde mehr, wie
der frühere Herausgeber der New York Times, Anatole Broyard, einen Grund haben seine Herkunft sorgsam zu verschweigen. Die Terminologie reproduziert jedoch diesen Mythos weiter.

elle(s)
09.12.2009 21:47
in den usa

gilt jeder als "schwarz", der nicht g a n z weiß/kaukasisch ist.
der präsident ist ja auch nur zur hälfte schwarz, weil er eine weiße mutter hat, dennoch ist immer vom ersten schwarzen präsidenten die rede.
ist so in den usa.

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