Ministerium muss Anklage gegen Polizisten entscheiden

9. Dezember 2009, 17:36
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Ober-Staatsanwaltschaft hat denVorhabensbericht genehmigt - Ministerium muss nun entscheiden, ob der Polizist, der auf den 14-Jährigen geschossen hat, angeklagt wird oder nicht

Krems/Korneuburg/Wien - Die Oberstaatsanwaltschaft (OStA Wien) hat den Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft Korneuburg zur tödlichen Schießerei im Kremser Supermarkt genehmigt, bei der in der Nacht auf den 5. August ein 14-jähriger mutmaßlicher Einbrecher von einem Polizisten erschossen wurde.

Entscheidung noch vor Weihnachten

Der Vorhabensbericht ist bereits am Weg ins Justizministerium und kann  nun endgültig abgesegnet werden. Dem Vernehmen nach soll der Bericht den Entwurf eines Strafantrags beinhalten, in welchem dem Polizisten, der Florian P. erschossen hat, fahrlässige Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen vorgeworfen wird. Nun muss lediglich die Entscheidung fallen, ob tatsächlich Anklage erhoben wird. "Eine Entscheidung sollte sich eigentlich noch vor Weihnachten ausgehen", erklärte der OStA-Chef.

Ermittlungen gegen zwei Beamte

Die Anklagebehörde hat gegen zwei Beamten, eine Frau und ein Mann wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen ermittelt. Die Beamten gaben im Supermarkt mehrere Schüsse auf den 14-Jährigen mutmaßlichen Einbrecher und seinen 17 Jahre alten Komplizen ab, wovon ein Schuß den Jüngeren tödlich verletzte.

Gutachten stimmt mit Polizeiaussage nicht überein

Die Schilderung, die der Polizist zum Tathergang zu Protokoll gab, stimmte allerdings nur bedingt mit den Erkenntnissen des Schießsachverständigen und des Gerichtsmediziners überein: Während der Beamte behauptete, im Knien und aus einer Entfernung von viereinhalb bis sechseinhalb Meter geschossen zu haben, wiesen die Sachverständigen nach, dass der Schuss im Stehen und aus 1,8 bis zwei Meter fiel. Das Projektil traf den 14-Jährigen im Rücken und durchschlug ihm Brustkorb und Lunge. Er hatte keine Überlebenschance.

Der Polizist betonte, seine Aussagen entsprächen seiner Erinnerung, er könne sich aber - etwa was die Entfernung, aus der der Schuss fiel - irren. Zu seiner ursprünglichen Schilderung, er hätte im Stehen geschossen, meinte er, er wäre im Begriff gewesen, sich hinzuknien, als er von einem seitlichen Geräusch abgelenkt wurde. In welcher Position er sich befunden habe, als der Schuss brach, könne er daher nicht mehr sagen. (APA)

 

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