"Pflanze beginnt langsam zu blühen"

9. Dezember 2009, 17:04
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Internationale Rentenmärkte: Von Privatanlegern übersehen, im Depot guter Ausgleich

Auf der Suche nach Sicherheit haben sich viele Anleger in den vergangenen Monaten in den sicheren Hafen der Staatsanleihen geflüchtet. Wer dabei auf einen globalen Mix gesetzt hat, ist damit ganz gut unterwegs. So hat etwa der "Templeton Global Bund Fund" (in Euro gerechnet) year-to-date eine Performance von 18,3 Prozent erwirtschaftet.

Der Fonds setzt auf einen Mix aus Zinserträgen - und zwar aus fest- und variabel verzinslichen Schuldtiteln und Schuldverschreibungen von Regierungen und Unternehmen weltweit. Veranlagt wird überwiegend in internationale Staatsanleihen. Damit der derzeit schwache Dollar nicht auf die Performance drückt, gibt es von dem Fonds zwei Varianten: eine Dollar-Tranche und eine Euro-Tranche.

Bei institutionellen Investoren und Dachfonds-Managern sei dieser Fonds bereits beliebt, erklärt Martin Linsbichler, Geschäftsführer von Franklin Templeton Austria. Aber auch beim Privatanleger "beginnt diese Pflanze langsam zu blühen", sagt Linsbichler. Denn der Fonds passe zu der traditionell konservativen Veranlagungspolitik der heimischen Privatinvestoren, die typischerweise auf einen Mix aus Sparbuch und österreichischen Staatsanleihen setzen. "Sucht ein Investor Zugang zum internationalen Markt, tut er das oft über global ausgerichtete Aktienfonds", sagt Linsbichler. Dabei würden oft die internationalen Rentenmärkte übersehen, "die eine große Chance auf einen Ausgleich im Portfolio bieten, wenn es an den internationalen Aktienmärkten kracht".

Ungleichgewichte nutzen

Durch den Mix aus internationalen Zins-, Währungs- und Anleihenerträgen könnten nämlich wirtschaftliche Ungleichgewichte gut ausgenützt werden. Linsbichler: "Der Fonds wurde 1991 aufgelegt und hat in den vergangenen Jahren erst zweimal eine negative Performance aufgewiesen."

Dass die Chancen für den Fonds schwinden, sieht Linsbichler nicht. Denn die Emission vom Anleihen werde auch im nächsten Jahr weitergehen. Marktteilnehmer erwarten, dass 2010 die USA rund 1400 Mrd. Dollar (928 Mrd. Euro) Staatsanleihen neu auf den Kapitalmarkt bringen, die Euroländer rund 600 Mrd. Euro. Dazu sollten noch rund 200 Mrd. von auf Euro lautenden Unternehmensanleihen kommen. Auch die Emerging Markets werden Schuldentitel emittieren. "Der Kapitalzufluss in die Schwellenländer wird die Märkte dort stärken und erhöht somit die Chancen für Investoren", fasst Linsbichler zusammen.

Aktuell setzt sich das Portfolio so zusammen: Mit knapp 95 Prozent machen Staatsanleihen den größten Anteil aus, gefolgt von Kommunalanleihen mit 2,73 Prozent. In der Ländergewichtung liegt Südkorea mit knapp 19 Prozent an erster Stelle, dahinter Schweden (9,29 Prozent) und Indonesien (7,81 Prozent). Bei den Währungen werden derzeit knapp 28 Prozent in Dollar veranlagt, 17,36 Prozent in koreanischen Won und mit 12,39 Prozent liegt die Schwedische Krone auf Platz drei. (bpf, DER STANDARD, Printausgabe, 10.12.2009)

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