Sparbücher bekommen immer neue Seiten

9. Dezember 2009, 17:04
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Das Sparbuch ist der Inbegriff der "einfachen" Anlage. Anleger wissen, was sie für ihr Geld bekommen, böse Überraschungen sind nicht zu erwarten - ist das Geld doch auch im Falle einer Bankenpleite sicher. Doch mit einigen Innovationen sind auch die Sparbücher komplexer geworden. Denn mittlerweile werden auch Konstruktionen als "Sparbuch" bezeichnet, die neben der klassischen Einlagenkomponente auch noch Aktien- oder Optionscharakter haben. Denn gerade in Zeiten niedriger Zinsen im Euroraum locken Banken mit komplexen Konstruktionen.

Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer Wien zeigt, dass Österreichs Banken zwar auf Produkte mit Kapitalgarantie setzen und zugleich hohe Erträge versprechen, die Risiken der Produkte aber mitunter schlecht kommuniziert werden. So hat die Bawag etwa das "Österreich-Sparbuch" angeboten. Dieses verspricht eine Verzinsung von bis zu sechs Prozent pro Jahr auf eine Laufzeit von vier Jahren. Doch nur ein Prozentpunkt davon ist garantiert, der große Rest soll über einen zugrunde liegenden Aktienkorb erwirtschaftet werden.

Hier fängt es an, kompliziert zu werden. Nicht nur tummeln sich unter den 16 "österreichischen" Unternehmen neben der OMV auch Firmen wie der US-Energieriese General Electric, zudem ist unklar, wie genau die Wertentwicklung der Aktien auf den Ertrag des Sparbuches aufgerechnet wird. Das Versprechen der Sicherheit und der Aussicht auf hohe Renditen wird daher auf Kosten der Transparenz gegeben, beklagt die Arbeiterkammer. (Lukas Sustala, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.12.2009)

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