Tiroler Hypo hofft auf Wert­berichtigung aus eigener Kraft

9. Dezember 2009, 15:51
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Innsbruck - Nach dem überraschenden Abgang des Tiroler Hypobank-Chefs Hannes Gruber mit Jahresende will die Landesbank die erwartete Wertberichtigung "aus eigener Kraft" schaffen. Dies betonte der Aufsichtsrat in einer Stellungnahme nach der außerordentlichen Sitzung am Mittwoch in Innsbruck. Über die Höhe wurden keine Angaben gemacht. Sie werde nach Abschluss der Prüfung durch die Nationalbank feststehen. Die in Bayern erfolgte umstrittene Kreditvergabe, bei der 21 Mio. Euro an die deutsche Solarfirma M-Solar offenbar ohne entsprechende Sicherheiten überwiesen worden waren, werde zur Gänze wertberichtigt werden müssen, hieß es.

Damit wäre die Wertberichtigung in jedem Fall zweistellig. Nach Medienberichten könnte die Summe der 2009 anfallenden Wertberichtigungen auf bis zu 70 Mio. Euro steigen. Mader hatte im Vorfeld der Sitzung von einem "deutlich niedrigeren Betrag" gesprochen und auf die laufende Nationalbank-Prüfung verwiesen.

Drei externe Prüfer

Die drei beauftragten externen Bankprüfungsinstitute hatten unabhängig von einander jede für sich Teilbereiche der Hypobank kontrolliert. Zwei Institute seien mit dem Betrugsfall in Bayern befasst gewesen. Neben den beiden Vorstände sei auch der Staatskommissär aus dem Finanzministerium anwesend gewesen.

Bei der Sitzung sei bestätigt worden, dass es sich um eine "gesunde und stabile Bank" handle, "deren an sich gutes Jahresergebnis" durch den Fall in Bayern stark reduziert werde. Dieser könne im Hinblick auf die Ermittlungen der Justiz erst 2010 abgeschlossen werden und müsse daher heuer "fast zur Gänze" wertberichtigt werden. Dies schaffe die Bank aus eigener Kraft ebenso wie auch "einen derzeit erhöhten Wertberichtigungsbedarf als Risikovorsorge". Die Höhe der Vorsorge werde erst nach allen internen Arbeiten zur Bilanz und dem Vorliegen des Berichtes der Nationalbank Anfang Jänner feststehen, hieß es.

Der Vorstand wurde beauftragt, "dargelegte organisatorische Mängel" sofort zu beheben und auf der Basis der Prüfberichte dem Aufsichtsrat einen Plan zur Nutzung erkennbarer Verbesserungsmaßnahmen vorzulegen. Dies soll bis Mitte Februar erfolgen. (APA)

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