"Dresscode21": Shirt statt Hemd und Krawatte

10. Dezember 2009, 11:14
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Öko-Schiene meets Design: Ein Grazer Unternehmen will mit einem Shirt die Männermodebranche aufmischen - und mit "Bügelfreiheit" ködern

"Männer sind in dem Bereich sehr benachteiligt", sagt Renate Willfort, "ihre Business-Kleidung ist praktisch seit Jahrhunderten gleich". Wenn es nach der Steirerin geht, soll mit der Uniformität bald Schluss sein. Mit ihrem Mann Reinhard hat sie "Dresscode21" gegründet. Ein Grazer Start-Up, das mit einem speziellen Shirt in der Modebranche reüssieren will. Die Zutaten zu dem Produkt, das von der Eleganz her irgendwo zwischen T-Shirt und Hemd angesiedelt ist: "Modernes Design und ein multifunktionaler Stoff." Praktischer Nebeneffekt: Man muss es nicht bügeln; das versprechen zumindest die Initiatoren.

Alternative zur Krawatte

Das Shirt sei das Resultat des "persönlichen Leidensdrucks", meint Renate Willfort: "Mein Mann trägt schon seit Jahren keine Krawatten mehr." Das habe sie dazu bewogen, nach einer Alternative zu suchen. Die Alternative firmiert als "Dresscode21": "Mit dem Namen wollten wir signalisieren, dass es im 21. Jahrhundert einen neuen Dresscode geben kann", erläutert die Geschäftsführerin im Gespräch mit derStandard.at.

Das Produkt beschreibt sie als "bequem zu tragen wie ein T-Shirt aber trotzdem businesstauglich". Es existieren einige Varianten, die sukzessive erweitert werden sollen: "Anfangs hatten wir nur schwarz und weiß im Sortiment, jetzt sind verschiedene Pastellfarben dazugekommen." Als Zielgruppe hat sie vor allem die jüngere Generation auserkoren: "Bei der Arbeit soll man eine Kleidung tragen, die bequem ist", ist sie überzeugt, dass das Legere mehr und mehr im Kommen ist. Natürlich, räumt Willfort ein, werde es immer wieder Anlässe geben, wo das Tragen von Krawatten erwünscht sei, aber nicht im "normalen Büroalltag".

Nachhaltige Materialien

Die Shirts sind seit einigen Monaten auf dem Markt. Die Entwicklung zuvor habe ein Jahr in Anspruch genommen, erklärt sie: "Es war wahnsinnig schwierig, so einen Stoff zu finden." Die Prämisse war, nur Naturfasern zu verwenden. Die Shirts werden in der Steiermark von Lenzing gefertigt. Der Stoff habe Funktionalitäten, die man sonst nur in der Sportindustrie finde, schwärmt die Gründerin: "Schweißabsorbierend, geruchsneutral, im Winter wärmend und im Sommer kühlend." Neben der Öko-Schiene will "Dresscode21" vor allem mit dem Design punkten. "Es schaut sehr edel aus", glaubt Willfort. Für die Kreation zeichnet eine Designerin der Modeschule Graz verantwortlich.

Die Inspiration zum Shirt, sagt sie, komme aus der eigenen Kreativschmiede, dem "Innovation Service Network". Das Unternehmen mit Sitz in Graz offeriert "Innovationsdienstleistungen für andere Firmen": von der Idee bis zur Implementierung. Die Idee zu "Dresscode21" wollten die Willforts nicht verkaufen, sondern selbst zu Geld machen. Renate Willfort hat an der Donau Uni in Krems den Lehrgang für Wissensmanagement absolviert. Sie glaubt, dass die Arbeitskleidung einen Einfluss auf die Produktivität von Führungskräften hat. Insofern konstatiert sie bei "Dresscode21" auch eine ökonomische Komponente.

Ab 89 Euro aufwärts

Das billigste Shirt (kurzarm) kostet 89 Euro. Langarmshirts schlagen mit 99 Euro zu Buche. Gegen einen Aufpreis kann das Produkt mit Stickereien versehen werden. Hier sieht Willfort viel Potenzial: "Wir wollen die Shirts personalisieren." Kunden haben die Möglichkeit, Logos, Muster oder Symbole applizieren zu lassen. "So wird es noch interessanter", ortet die Geschäftsführerin einen Trend zu Einzelanfertigungen.

Bis dato erfolgt der Vertrieb ausschließlich über den Webshop. "Wir haben die Shirts aber auch auf Messen präsentiert", so Willfort: "Für ein neues Produkt ist es wichtig, dass es die Leute einmal angreifen können." Um internationale Kunden ins Visier nehmen zu können, ist die Webseite auch auf Englisch verfügbar. "Wir liefern zum Beispiel in die USA", berichtet sie stolz, dass bereits ein Professor aus Übersee zu den Kunden zähle. Die Präsenz von "Dresscode21" soll sich aber nicht nur auf den virtuellen Raum beschränken. In Kürze soll ein Geschäft in Graz entstehen, danach will man auch in Wien vor Ort sein.

Langer Atem

"Unsere Idee stößt auf sehr viel positives Feedback", ist Willfort zuversichtlich, dass sich das Geschäft amortisieren lässt. Die 43-Jährige hofft dabei auf virales Marketing: "Wie man das schon bei anderen Produkten kennt, kann der Durchbruch dann explosionsartig passieren." Um "Trittbrettfahrern" keine Chance zu geben, solle die Etablierung am Markt schnell über die Bühne gehen, wünscht sich die Unternehmerin. Markenrechtlich geschützt ist nur der Name "Dresscode21". "Schnitte und Stoffe kann man schließlich nicht patentieren lassen", erklärt Willfort, die schon Ideen für weitere Innovationen in petto hat.

In unternehmerischer Hinsicht soll "Dresscode21" noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Einen gewinnbringenden Verkauf kann sie sich durchaus vorstellen. "Ich glaube eigentlich nicht, dass ich das jahrelang machen werde", so die Geschäftsfrau.  (om, derStandard.at, 9.12.2009)

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www.dresscode21.com

  • Das Grazer Unternehmen "Dresscode21" hofft, dass so die Business-Adjustierung der Zukunft aussieht.
 
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    foto: dresscode21

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  • Das billigste Shirt im Sortiment kostet 89 Euro.
    foto: dresscode21

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