Publikumsrat warnt vor Geldverlagerung zu deutschen Werbefenster

9. Dezember 2009, 13:01
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Zusehervertreter fordern in Resolution vom Gesetzgeber Gremienreform und Frauenquote im Publikumsrat

Der ORF-Publikumsrat befürchtet eine weitere Verschiebung der Werbegelder weg vom ORF und hin zu den Werbefenstern der deutschen Privatsender. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution appellierten die Publikumsvertreter daher an den Gesetzgeber, im neuen ORF-Gesetz alle Möglichkeiten auszuschöpfen, "damit nicht weiterhin die Mittel für Fernsehwerbung im derzeitigen Ausmaß ins Ausland fließen".

Das geplante Limit für die Einnahmen aus der Onlinewerbung, die laut Regierungsvorstellung mit zwei Prozent der Gebühreneinnahmen zu beschränken ist, soll dementsprechend evaluiert werden, fordern die Publikumsräte. Enttäuscht zeigten sie sich in ihrer Resolution über die vertane Chance, mit dem neuen ORF-Gesetz auch die ORF-Gremien zu reformieren. "Der Publikumsrat hat Vorschläge betreffend seine Zusammensetzung gemacht. Auch diesbezüglich bringt der Entwurf keine Verbesserung", hieß es.

Dennoch forderte der Publikumsrat weiterhin eine Erweiterung seiner Kompetenzen, etwa die Zustimmungskompetenz für Programmgestaltung und Jahressendeschemen, für das Qualitätssicherungssystem und die Festlegung der Anteile in den Volksgruppensprachen.

Außerdem pocht der Publikumsrat auf eine auch für Gremien gültige Frauenquote. So müsse der Bundeskanzler bei der von ihm durchgeführten Bestellung von 17 Mitgliedern des Publikumsrats "dazu verpflichtet sein, dass zumindest eine Frauenquote von 45 Prozent erreicht wird". Die sanktionslose Empfehlung für geschlechtliche Párität bei der Organbestellung findet das Gremium "viel zu schwach". (APA)

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