Musikvereins-Pläne für Wiener Festwochen

9. Dezember 2009, 13:03
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Auftragskompositionen von Friedrich Cerha feiert Premiere

Wien - Die Wiener Philharmoniker machen unter Daniele Gatti den Auftakt (9.5.) und unter Riccardo Muti am 20.6. den Abschluss der Festwochen-Konzerte 2010 im Wiener Musikverein. Dazwischen gibt es knapp zwei Konzerte pro Tag: Insgesamt 62 Veranstaltungen an 32 Tagen sind angesetzt, und dafür werden 65.000 Karten aufgelegt, schilderte der Chef der Gesellschaft der Musikfreunde, Thomas Angyan, am Mittwoch bei einem Pressegespräch.

2012 feiert die Gesellschaft der Musikfreunde ihr 200-Jahr-Jubiläum: Bis dahin soll die Orgel ebenso fertiggestellt sein wie mehrere Auftragskompositionen der Musikfreunde. Eine davon gibt es bereits während der Festwochen-Konzerte 2010 zu hören: Friedrich Cerha wollte laut Angyan nicht bis 2012 vorplanen, daher bringt das Radio Symphonieorchester (RSO) seine Kammermusik für Orchester bereits am 12. Mai 2010 zur Uraufführung. Das RSO spielt weiters zum Finale der Ära Bertrand de Billy Honeggers "Jeanne d'Arc au Bucher".

Neben den insgesamt vier Konzerten der Wiener Philharmoniker gibt es klingende Namen bei Solisten (Maurizio Pollini, Xavier de Maistre, Anne-Sophie Mutter, Rudolf Buchbinder, Helene Grimaud) und Sängern (Thomas Quasthoff, Michael Schade, Simon Keenlyside, Patricia Petibon). Die Wiener Symphoniker absolvieren zwei Konzerte, darunter unter Fabio Luisi Verdis Requiem. Bei den Gastorchestern gibt es Konzertserien von der Pittsburgh Symphony, der Staatskapelle Dresden und den Münchner Philharmonikern unter Christian Thielemann.

Vorwürfe zwischen Institutionen

Dabei war es bis zum 27. März gar nicht klar, ob die Festwochen-Konzerte überhaupt im Musikverein stattfinden werden. Laut Angyan habe es den Vorwurf seitens der Wiener Festwochen gegeben, dass sich die Musikfreunde zu wenig mit der Musiktheater-Planung der Festwochen absprechen, was das Konzerthaus - wo die Festwochen-Konzerte alternierend stattfinden - flexibler handhabe. Angyan sieht "durchaus Sinn darin, dass das Konzertprogramm mit dem Musiktheater abgestimmt ist". Er verwies jedoch auf die unterschiedlichen Planungszeiträume der Festwochen und des Musikvereins. Dem "Fest für Alban Berg" 2010 (mit "Wozzeck" und "Lulu") der Festwochen hätte sich Angyan "natürlich gerne angeschlossen. Aber das hätte ich vor vier Jahren wissen müssen."

Dass der Finanzbeitrag der Festwochen für die Konzerte nunmehr von 436.000 Euro (2004) über 300.000 Euro (2008) auf 100.000 bis 200.000 Euro (2010 und 2012) gesunken ist, zeige "die Wertschätzung der Festwochen für die Konzertveranstalter", so Angyan. Wieviel Geld er letztendlich bekommt, hängt laut Angyan von der Höhe des Defizits ab, das er mit den Konzerten verzeichnet: Die Hälfte davon wird abgegolten, mindestens jedoch 100.000, maximal 200.000 Euro. Die späte Entscheidung und die daraus resultierende Unsicherheit führe 2010 dazu, dass es weniger Konzerte als üblich im völlig freien Verkauf geben wird. (APA)

 

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