Doppelte Medaillenchance zum Auftakt

9. Dezember 2009, 18:22
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Über 200 Meter Lagen starten mit Dinko Jukic und Markus Rogan gleich zwei Hoffnungsträger, letzterer traut sich Weltrekord zu

Istanbul - Gleich am Eröffnungstag der 13. Kurzbahn-Schwimm-Europameisterschaften in Istanbul steht mit den 200 m Lagen der Herren das aus österreichischer Sicht aussichtsreichste Rennen auf dem Programm. Mit Markus Rogan und Dinko Jukic sind gleich zwei OSV-Asse unter den Medaillenanwärtern, Rogan rechnet sich auch Titelchancen aus. Hauptrivale des auf Position zwei und drei genannten Duos dürfte der ungarische Europarekordler Laszlo Cseh sein.

War Rogan am Dienstag bei Eintreffen der übrigen 19 OSV-Athleten in der Abdi-Ipekci-Arena schon weg, nahm er am Mittwoch erst gegen Ende der Session seiner Teamkollegen das Training in der Wettkampfhalle auf. Betreut wurde er von italienischen Coaches, sie kennt er aus seiner Zeit in Rom. Für Mittwoch erwartete Rogan die Ankunft seines Betreuers Jeremy Kipp aus Los Angeles.

Dessen Anwesenheit zeigt die Bedeutung dieser Titelkämpfe für Rogan. Es geht nicht nur um seinen ersten Medaillengewinn seit dem Weltrekord-Sieg am 13. April 2008 bei der Kurzbahn-WM in Manchester, sondern vor allem um das Zurückgewinnen der sportlichen Anerkennung. "Von Sponsoren wird nur Gold wahrgenommen", deutet der Wiener die Marschrichtung an.

Rogan will wieder ganz nach oben

Nach Beendigung seiner Kooperation mit Raiffeisen ist Rogan noch auf der Suche nach einem neuen Geldgeber. Aber auch dem persönlichen Wohlbefinden würde ein Sieg am meisten gut tun. "Es fühlt sich nicht gut an, Zweiter zu sein", gab Österreichs "Sportler des Jahres 2004" an. "Cseh kann sicher Weltrekord schwimmen." Daher traut sich auch Rogan diese Leistung zu. Aber im Grunde käme es nur auf die Platzierung, nicht auf die Zeiten an.

In sein erstes EM-Rennen seit März 2008 geht Rogan mit neuer Einstellung. "Ich weiß, was für ein Luxus es ist, Schwimmer zu sein. Ich möchte es richtig schätzen können. Ich weiß, wie schnell es vorbei sein kann", nahm er auf die Prügel-Affäre in einer Discothek in Ostia Bezug.

Ein Hauptaugenmerk in seinem letzten Training legte der 27-fache Medaillengewinner auf den korrekten Stil auf der Brustlage. Beim Weltcup-Finale vor knapp drei Wochen in Singapur war Rogan deswegen disqualifiziert worden. "Wichtig ist, mit den Armen nicht aufhören sich zu bewegen, wenn man den Beinschlag macht", weiß der zweifache Olympia-Silbermedaillengewinner von Athen 2004 nun.

Jukic zurückhaltend

Geht es für Rogan um seinen insgesamt zehnten Titelgewinn auf EM- und WM-Ebene, setzt Jukic seine Erwartungen tiefer an. Der 20-Jährige verpasste aufgrund einer zweiwöchigen Krankheit im Oktober vier Wochen qualitativen Trainings. Das daraus resultierende Manko in der Grundausdauer fehlt ihm nun. "Beim Ströck-Qualifying war ich über 200 m Delfin 150 m nahe dem Weltrekord, dann bin ich aber eingebrochen", sagt Jukic.

Daher verzichtet der Student auch auf die Titelverteidigung über 400 m Lagen. "Ich bin einfach nicht so weit, wie ich eigentlich sein wollte." Möglich sei auch, dass er wegen der Trainingspause im Oktober erst nächste Woche beim Finale der österreichischen Mannschaftsmeisterschaften in Wien seine Topform habe. Zusätzlich zur Krankheit habe ihm auch seine seit September laufende Führerschein-Ausbildung sowie die Uni Zeit und Kraft gekostet.

Lange hat Jukic daher überlegt, überhaupt anzutreten. Nun glaubt er doch an eine noch mögliche Steigerung, für Samstag über 200 m Delfin rechnet er sich allerdings mehr aus. "Die 200 m Lagen werden auf der Kurzbahn immer mehr zum Sprinter-Rennen. Da müsste ich schneller als der Europarekord sein, um eine Medaille zu gewinnen." Diesen hält Cseh mit 1:52,85 Minuten, Jukic fehlt eine knappe Sekunde. (APA/red)

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    Gemeinsam, nicht getrennt, holten Jukic und Rogan schon einmal Medaillen. EM 2008, Eindhoven: Bronze in der Kraulstaffel.

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