Eine neue modular aufgebaute Stromrichtergeneration ist für unterschiedliche Anwendungen einsetzbar und könnte auch eine verlustarme Anbindung von Windparks in das Stromnetz erleichtern
Bei Produktion, Transport und dem Einsatz von Strom als Antrieb werden Umrichter benötigt, die zum Beispiel Gleichstrom in Wechselstrom und umgekehrt verwandeln oder die Frequenz des Stroms verändern können. Sie tragen entscheidend dazu bei, wie effizient alle diese Vorgänge laufen. In enger Zusammenarbeit mit der Universität München haben Siemens-Forscher eine Alternative zu bisherigen Stromrichterkonzepten entwickelt. Neue Modular Multilevel Converter (M2C) können als Wechselrichter - Verwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom - für beliebige Ausgangsspannungen im Mittelspannungsbereich verwendet werden. Bisher benötigt man zur Abdeckung des gesamten Anwendungsspektrums eine Vielzahl unterschiedlicher Geräte. Das neue modulare System kann mit den immer gleichen Komponenten für die verschiedensten Einsatzgebiete gebaut werden.
Hoch verfügbar
Das neue System eignet sich für Netzanwendungen wie beispielsweise Netzkupplungen ebenso wie für Antriebe für Kompressoren oder Pumpen. Weil es keine zusätzlichen Filter für Stromnetze benötigt, wird Platz gespart und der Wirkungsgrad der Anlagen erhöht. Während andere Umrichtersysteme ausfallen, wenn ein Element nicht funktioniert, kann die neue Variante auch bei Verlust eines Moduls weiterarbeiten. Gleichzeitig erübrigen sich aufgrund der Konstruktion redundante Systeme, was Investitions- und Wartungskosten spart. Das neue Modell ist hoch verfügbar. Auch als verlustarme Anbindung von Offshore-Windparks an bestehende Stromnetze ist der Multilevel Converter eine interessante Möglichkeit, die derzeit untersucht wird.