TV-Industrie setzt bei Frauen den Rotstift an

9. Dezember 2009, 13:34
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Sparmaßnahmen und Stellenkürzungen treffen weibliche Mitarbeiter unverhältnismäßig stärker

London - Sparmaßnahmen und Stellenkürzungen auf dem TV-Markt treffen Frauen am härtesten. Wie eine aktuelle britische Untersuchung von Skillset Research zeigt, ist der Anteil der in diesem Medienbereich tätigen Frauen in den vergangenen drei Jahren um 20 Prozent gesunken. Die Rate der Gesamt-Jobkürzungen betrug allerdings nur zehn Prozent. In absoluten Zahlen sind heute um 5.300 Personen weniger in der britischen Fernsehindustrie beschäftigt als vor drei Jahren.

Unverhältnismäßig

Teilt man diese Zahl nach Geschlechter auf, zeigt sich eine starke Unverhältnismäßigkeit. Denn 5.000 Frauen stehen nur 300 Männern gegenüber, die in diesem Zeitraum ihre Jobs verloren haben, berichtet der "Guardian". 2006 arbeiteten noch 55.850 Menschen im Bereich Fernsehen in Großbritannien, heute sind es nur noch 50.550.

Bei den von Skillset veröffentlichten Daten handelt es sich um Vorabinformationen, die gesamte Studie soll Anfang nächsten Jahres veröffentlicht werden. Die ForscherInnen weisen daher auch darauf hin, dass man die ersten Ergebnisse nicht zu wörtlich nehmen sollte. Dennoch sei das starke Geschlechter-Ungleichgewicht auffallend und überraschend. Hintergründe bzw. Erklärungen für den Frauenschwund auf dem TV-Markt haben die ExpertInnen bisher nicht formuliert.

Weiterer Bericht im Februar

Noch lägen keine detaillierten Analysen vor, was die Ursachen oder das Alter der betroffenen Frauen angeht, so Kate O'Connor, Executive Director bei Skillset. Frühere Untersuchungen hätte jedoch gezeigt, dass vor allem jüngere Frauen in den 30ern Jobs verloren oder aufgeben hätten. "Wir planen, das weiter zu analysieren und wollen im Februar einen breiteren Bericht vorlegen", sagt O'Connor. (pte)

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    Ausreichende Erklärungen für den Frauenschwund auf dem TV-Markt haben die ExpertInnen bisher nicht formuliert.

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