Protest bei Journalisten der Berlusconi-Gruppe Mediaset

9. Dezember 2009, 11:58
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Neue News-Agentur soll TV-Berichte für alle Kanäle der Gesellschaft produzieren

Bei den rund 350 Journalisten der italienischen TV-Gesellschaft Mediaset sie steht im Besitz von Regierungschef Silvio Berlusconi - ist Protest ausgebrochen. Mediaset-Präsident Fedele Confalonieri hat die Gründung einer firmeninternen Nachrichtenagentur angekündigt, die TV-Berichte für alle Mediaset-Kanäle produzieren soll. Bisher hatten die Redaktionen der Nachrichtensendungen der drei Mediaset-Sender Canale 5, Rete 4 und Italia 1 eigenständig Beiträge für ihren Kanal hergestellt.

Mit der Agentur, die aus 100 Journalisten bestehen soll, die aus den drei bereits bestehenden Redaktionen rekrutiert werden, soll die Produktion von Berichten zentralisiert werden, was zu beträchtlichen Einsparungen führen soll. Nur bei der politischen Berichterstattung sollen die drei News-Redaktionen weiterhin selbständig bleiben. Die Journalistengewerkschaft befürchtet die Streichung etlicher Jobs und kündigte Protestaktionen an.

Belegschaft kampfbereit

Die Mediaset-Verantwortlichen erwiderten, die neue News-Agentur entspreche der Notwendigkeit, die Kosten bei der Berichterstattung der drei Kanäle zu rationalisieren. Mediaset wolle auch eine aktive Rolle auf dem Informationsmarkt des digitalen Fernsehens spielen, die neue Agentur sei auch in dieser Hinsicht wichtig.

Berlusconis Mediaset íst wegen des Rückgangs bei den Werbeeinnahmen unter Druck geraten. Die Gruppe halbierte in den ersten drei Quartalen 2009 den Nettogewinn, der von 355,8 Mio. Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008 auf 184,2 Mio. Euro sank. Der Umsatz fiel um 11,4 Prozent auf 2,652 Mrd. Euro.

Nicht nur bei Mediaset ist die Belegschaft kampfbereit. Wegen der Krise im Medienbereich hat Berlusconi Verlagsgruppe Mondadori die Streichung von 600 Jobs angekündigt. Bis 2011 will das Mailänder Unternehmen 21 Prozent seines Personals kürzen. Bereits 144 Mitarbeiter hatten 2008 die Gruppe verlassen. Die Jobkürzungen werden auch Frankreich betreffen, wo Mondadori kürzlich mit dem Frauenmagazin "Grazia France" debütiert hat. (APA)

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