Striedinger erzielt Strafmilderung

9. Dezember 2009, 19:07
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Wegfall der bedingten Haft - Geldstrafe bleibt bei 88.000 Euro

Graz - Die Berufungsverhandlung im Falle des ehemaligen Hypo-Vorstandes Günter Striedinger Mittwochnachmittag ergab eine Strafverminderung: Die vier Monate bedingter Haft fielen weg, die Geldstrafe in der Höhe von 88.000 Euro blieb. Das Oberlandesgericht Graz folgte damit einer Bitte des Verteidigers, der damit erreichen wollte, dass Striedinger zumindest seine Gewerbeberechtigung behalten darf.

Striedinger musste sich 2008 im Landesgericht Klagenfurt zusammen mit zwei ehemaligen Vorstandskollegen wegen Bilanzfälschung verantworten. Er wurde Anfang Dezember des Vorjahres schließlich für schuldig befunden und - in Abwesenheit - zu vier Monaten bedingter Haft sowie einer Geldstrafe von 88.000 Euro verurteilt. Er legte Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein.

Acht Fachgutachten

Bei der Verhandlung am Mittwoch erklärte Verteidiger Hannes Arneitz, dass von 26 Zeugen in der Hauptverhandlung kein einziger seinen Mandanten belastet hätte. Außerdem habe man acht Fachgutachten beigebracht, die allesamt nicht erörtert worden wären. "Es war offenkundig, dass hier gemauert wurde", so Arneitz. Seiner Meinung nach wies auch das Gutachten von Fritz Kleiner eine "krasse Fehlbeurteilung" der Lage auf, weswegen er einen anderen Sachverständigen beantragt hatte, was das Gericht allerdings ablehnte.

Oberstaatsanwalt Reinhard Kloibhofer erwiderte, dass der Richter keineswegs "geblockt" hätte, sondern sehr wohl versucht, den Sachverhalt aufzuklären. Das Urteil sei seiner Meinung nach "nicht zwingend korrekturbedürftig".

Die Nichtigkeitsbeschwerde hatte keinen Erfolg, der Berufung wurde allerdings stattgegeben. Richter Wolfgang Rotter wies zwar die "niederen persönlichen Motive", die der Erstrichter laut Verteidiger gehabt haben soll, zurück, verkündete aber den Wegfall der viermonatigen bedingten Haft. Damit kann Günter Striedinger seine Gewerbeberechtigung - seine Firma hat nach seinen Angaben 18 Mitarbeiter - behalten. Gegen diese Entscheidung gibt es keine Rechtsmittel mehr. (APA)

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