Rektorat verschärft Ton gegenüber Audimax-Besetzern

9. Dezember 2009, 13:04
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Deutsche Kultusminister fordern Reform des Bachelor-Studiums - Wiener Studenten richten das Cafe "zum Winckler" ein

UPDATE 13.00: Der Tonfall des Rektorats der Universität Wien gegenüber den Besetzern des Audimax wird schärfer. Die Unileitung hat am Mittwochfür das am Donnerstag stattfindende dritte "Universität Wien Forum" von Besetzern und Österreichischer HochschülerInnenschaft (ÖH) "Antworten" gefordert, wie das Audimax wieder für den Studienbetrieb genutzt werden kann. Sie verwies auf die hohen Kosten der Besetzung und auf Brandschutzprobleme, durch zusätzliche Behinderung anderer Studenten werde "den Gesprächen zunehmend der Boden entzogen".

UPDATE 12.00: Die Besetzer des Wiener Audimax stellten "zur Verbesserung des Informationsflusses" eine Art Cafe mit dem Namen "zum Winckler" vor dem Büro des Rektors Georg Winckler auf. Sicherheitskräfte räumten allderdings nach Angaben der Besetzer das Frühstücksbuffet.

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Berlin/Bonn - Die Kultusminister der deutschen Bundesländer fordern von den Hochschulen eine Reform der umstrittenen Bachelor-Studiengänge. Diese müssten insgesamt studierbarer werden. Stofffülle und Prüfungszahl sollten begrenzt und die Studienzeiten insgesamt flexibler gestaltet werden. Dies sieht das neue bundesweite Konzept für die Bachelor- und Masterstudiengänge vor, das die Kultusminister am Donnerstag in Bonn beschließen wollen.

Nachsitzen für Kultusminister

Für Donnerstag haben die seit Wochen protestierenden Studenten erneut eine bundesweite Demonstration in Bonn angekündigt. Die Studenten wollen die Kultusminister wegen der zahlreichen Probleme an den Universitäten zum "Nachsitzen" zwingen. Streit mit der Polizei gibt es noch wegen des Ortes der Abschlusskundgebung. Zur gleichen Zeit tagt in Bonn die Europäische Volkspartei (EVP) mit mehreren EU- Staats- und Regierungschefs.

Bachelor nicht auf sechs Semster begrenzt

Nach den Vorstellungen der Kultusminister soll das Bachelor- Studium von den Hochschulen nicht einheitlich auf sechs Semester begrenzt werden. Je nach Fach könne es auch sieben oder acht Semester dauern. Die Gesamt-Regelstudienzeit einschließlich des Masterabschlusses soll allerdings weiter fünf Jahre betragen.

Die Hochschulen sollten das Studium so organisieren, dass ein Student nicht länger als 32 bis 39 Stunden pro Woche mit Vorlesungen, Seminaren, Übungen, Praktika und Selbststudium beschäftigt ist, heißt es in dem Papier der Kultusminister weiter. "Die Hochschulen haben die Studierbarkeit des Studiums innerhalb dieses Rahmens unter Berücksichtigung der Arbeitsbelastung der Studierenden im Akkreditierungsverfahren darzulegen und regelmäßig in ihrer Angemessenheit zu überprüfen." Die Akkreditierung eines Studienganges durch eine unabhängige Institution soll der Qualitätskontrolle dienen.

Unis wollen Zugangsbeschränkungen für Master

Umstritten in der Kultusministerkonferenz ist hingegen noch, ob die Hochschulen nach dem Bachelor-Abschluss für die Fortsetzung der Ausbildung in einem Masterstudiengang "weitere Zugangsvoraussetzungen bestimmen" können. Die Abschaffung dieser zusätzlichen Zugangshürden zum Master ist eine Kernforderung des studentischen Protestes. Viele Studenten befürchten, dass sie allein mit dem Bachelor-Abschluss schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und auch andere Kultusminister haben sich für einen freien Zugang zum Masterstudium ausgesprochen. Vor allem die Universitäten wollen hingegen an den Master-Zulassungsbeschränkungen festhalten. 

Proteste in Österreich gehen weiter

Unterdessen protestieren Studierende in Österreich weiter. Nachdem erneut Kritik an der noch andauernden Besetzung des Audimax der Uni Wien laut geworden war, boten die Aktivisten an, ins Parlament zu übersiedeln. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hatte dies aber abegelehnt - derStandard.at berichtete. (APA, dpa, red, derStandard.at, 9. Dezember 2009)

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