Ampatuan-Clan soll 200 Menschen getötet haben

9. Dezember 2009, 09:02
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Nach Massaker werden weitere Verbrechen bekannt - Ermittlungen gegen 161 Tatverdächtige

Manila - Der Skandal um einen Clan, mit dessen Hilfe sich die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo die Macht in der südlichen Provinz Maguindanao sichern wollte, zieht weite Kreise. Der Ampatuan-Clan habe während seiner Herrschaft mit seiner Privatarmee mindestens 200 Menschen getötet, sagte die Vorsitzende des philippinischen Menschenrechtsrats, Leila de Lima, am Mittwoch vor Journalisten. Dafür gebe es Zeugen, die sich erst nach dem Vorgehen der Regierung gegen den Clan getraut hätten auszusagen.

Zu den Zeugen zählten fünf Polizisten, sagte de Lima. Wenn die Zeugen die Gelegenheit dazu bekämen, könnten sie den Behörden die Massengräber zeigen, in denen die Opfer der Gewaltherrschaft verscharrt worden seien.

Clanspitze verhaftet

Den Mut für eine Aussage gegen den Ampatuan-Clan fanden die Zeugen laut de Lima, nachdem vergangene Woche Clan-Chef Andal Ampatuan Senior und weitere Mitglieder des Clans festgenommen worden waren. Die Festnahmen standen im Zusammenhang mit einem Massaker am 23. November, bei dem in Maguindanao 57 Menschen getötet worden waren.

Drahtzieher der Tat soll ein Sohn des Clan-Chefs, Andal Ampatuan Junior, sein. Er wurde inhaftiert und wegen Mordes angeklagt. Danach brachte sich die Privatarmee des Clans in Stellung, Präsidentin Arroyo verhängte daraufhin das Kriegsrecht über Maguindanao. Sie hatte dem Ampatuan-Clan den Aufbau einer Privatarmee erlaubt, um den Unabhängigkeitskampf muslimischer Rebellen in Maguindanao zu beenden.

Ermittlungen gegen 161 Tatverdächtige

Der philippinische Polizeichef Jesus Verzosa sagte am Mittwoch in Manila, an dem Massaker seien wahrscheinlich mindestens 161 Menschen direkt beteiligt gewesen. Auch Polizisten und Soldaten gehörten zu den Tätern. Bei dem Massaker waren 57 Menschen teilweise schwer misshandelt und anschließend regelrecht hingerichtet worden. Zu den Todesopfern zählen zahlreiche Journalisten und Frauen. Unterstützer und Angehörige des Vizebürgermeisters von Buluan, Esmael Mangudadatu, waren in Begleitung von Journalisten auf dem Weg zu einem Wahlbüro gewesen, um Mangudadatus Kandidatur für die Gouverneurswahl im Mai 2010 einzureichen. Dies wollte der Ampatuan-Clan offenbar verhindern. (APA)

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    Regierungssoldaten verfolgen schwer bewaffnete Mitglieder der Privatarmee des Ampatuan-Clans.

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