Zumtobel mit Gewinneinbruch

9. Dezember 2009, 08:44
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Weniger Mitarbeiter, weniger Umsatz und deutlich weniger Gewinn: Der Leuchtenhersteller will nun 100 Millionen sparen

Wien - Der börsenotierte Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel hat im ersten Halbjahr 2009/10 mit 24,9 Mio. Euro um 41 Prozent weniger Gewinn (Periodenergebnis) erwirtschaftet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (42,1 Mio. Euro). Der Umsatz sank um 10,8 Prozent auf 572 Mio. Euro (641,1 Mio. Euro), wobei der Umsatzrückgang bereinigt um Währungseffekte 9 Prozent betragen habe, heißt es in dem heute, Mittwoch, veröffentlichten Finanzbericht des Unternehmens.

Das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) fiel im Halbjahr um 30,4 Prozent auf 40,0 Mio. Euro (57,4 Mio. Euro). Bereinigt habe das Minus "nur" 21,7 Prozent auf 47 Mio. Euro (60,1 Mio. Euro) betragen. Die Zahl der Mitarbeiter ging von 7.921 auf 7.365 um sieben Prozent zurück.

Es gebe zwar "erste Anzeichen einer gewissen Marktberuhigung", beurteilt Zumtobel die Lage. Aber trotz "vereinzelt positiver Signale" gebe es bei der Nachfrage noch keine Entwarnung. Der konjunkturelle Tiefpunkt werde erst 2010 erreicht. Daher werde auch das Gesamtjahr 2009/10 (bis 30. April 2010) weitere Umsatzrückgänge bringen, die zweite Hälfte des Geschäftsjahres werde der Rückgang aber "moderater" ausfallen. Dank Sparmaßnahmen werde es "auch in dem saisonal schwächeren zweiten Halbjahr ein positives operatives Ergebnis" geben.

100 Millionen Einsparvolumen

Bisher seien 47 Mio. Euro eingespart worden, Zumtobel sei "auf einem sehr guten Weg, das bis Ende 2010/11 angestrebte Einsparvolumen von bis zu 100 Mio. Euro zu erreichen", wird Andreas Ludwig, CEO der Zumtobel Group, in der Unternehmensaussendung zitiert.

Im zweiten Quartal 2009/10 war der Umsatzrückgang im Vergleich zur Vorjahresperiode geringer als im Halbjahr, der Gewinnrückgang hingegen höher. Der Umsatz im zweiten Quartal fiel um 9,6 Prozent auf 293,4 Mio. Euro (324,5 Mio. Euro). Das EBIT fiel um 31,7 Prozent auf 20,8 Mio. Euro (30,4 Mio. Euro), während das bereinigte EBIT mit 24,2 Mio. Euro um 24,4 Prozent unter dem Vorjahreswert (32,0 Mio. Euro) lag. Der Periodengewinn fiel um 47,2 Prozent auf 14,7 Mio. Euro (27,9 Mio. Euro).

Im Leuchtensegment sank der Umsatz im Berichtszeitraum um 10 Prozent auf 426,7 Mio. Euro (währungsbereinigt minus 8,1 Prozent), der Umsatz im Komponentensegment ging um 13,5 Prozent auf 180,6 Mio. Euro zurück (währungsbereinigt minus 12,2 Prozent). Ein Umsatzplus gab es dabei mit LED-basierten Produkten, um 57,6 Prozent auf 34,4 Mio. Euro.

Zumtobel schnitt damit besser ab, als von Analysten erwartet worden war. Die Konsensusschätzung der Erste Group, Raiffeisen Centrobank (RCB) und UniCredit hatte für das Halbjahr ein Umsatzminus von 11,8 Prozent auf 565,7 Mio. Euro, ein EBIT-Minus von 35,5 Prozent auf 37 Mio. Euro und ein Periodenergebnis von 20,9 Mio. Euro vorhergesagt. (APA)

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    Grund zum Tanzen gibt es derzeit nicht. Der konjunkturelle Tiefpunkt steht laut dem Vorarlberger Leuchtenhersteller erst bevor.

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