Schwächelnde Fähigkeit zur Innovation

8. Dezember 2009, 19:30
posten

Deutsche Wirtschaftsforscher sehen Österreich in einem Ranking nur auf Platz 13

Kann ein Land neues Wissen schaffen und in neue marktfähige Produkte und Dienstleistungen umsetzen? Wie viel Innovationsfähigkeit besitzt es? Das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat kürzlich die Ergebnisse einer Studie vorgelegt, in der 17 Industrieländer nach diesen Kriterien verglichen wurden.

An der Spitze stehen die USA, gefolgt von der Schweiz, Schweden, Finnland und Dänemark. Deutschland landete in einem breiten Mittelfeld an neunter Stelle, Österreich am Ende desselben nur auf dem 13. Platz (siehe Grafik). Die untersten Plätze dieses Innovationsindikators bildeten wie auch in den vergangenen Jahren Spanien und Italien.

Die Innovationsfähigkeit eines Landes ist laut den deutschen Wirtschaftsforschern nicht direkt messbar. "Daher wird auf mehr als 150 Einzelindikatoren (...) zurückgegriffen." Voraussetzungen seien ein "leistungsfähiges Innovationssystem, aber auch ein günstiges gesellschaftliches Innovationsklima". Zu Ersterem zählen die Wirtschaftsforscher alle Rahmenbedingungen wie Bildung oder genügend Kapital für die Finanzierung.

Das Innovationsklima setzt sich laut Endbericht des DIW aus mehreren Indikatoren wie "Mut zur Veränderung", "Vertrauen in Innovationsakteure" und einer "keineswegs unkritischen, aber grundsätzlich doch positiven Einstellung zu Wissenschaft und Technik" zusammen. Auftraggeber der Studie waren die Deutsche Telekom Stiftung und der Bundesverband der Deutschen Industrie.

Die Innovationsfähigkeit von Industriestaaten wurde bereits zum fünften Mal ermittelt und verglichen. Ein Befund der Wirtschaftsforscher könnte genauso gut aus Österreich stammen: Eine der größten Schwächen des Innovationssystems im Nachbarland sei demnach der Bildungsbereich. (pi/DER STANDARD, Printausgabe, 09.12.2009)

 

  • Artikelbild
    foto: standard
Share if you care.