Mehr Forscherinnen sucht die Stadt

8. Dezember 2009, 19:14
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Wiener Technologieagentur ZIT will mittels Förderwettbewerbs Frauenanteil steigern

Den Frauenanteil in der betrieblichen Forschung in Wien zu steigern, das hat sich das Zentrum für Innovation und Technologie (ZIT) auf die Fahnen geschrieben. Allein, so einfach dürfte das nicht sein: Derzeit liegt der Anteil bei mageren 17 Prozent - und damit noch unter dem EU-Durchschnitt von 18 Prozent.

Nachzulesen ist das im aktuellen "Gender Monitoring"-Endbericht 2008 des ZIT, der Förderdaten systematisch und nach Geschlecht der Fördernehmer erfasst, auswertet und analysiert. Die Autorinnen des Dokuments stellten immerhin fest, dass es seit 2004 einen Aufwärtstrend gibt. Damals lag der Frauenanteil sogar nur bei 12,6 Prozent.

Diese positive Entwicklung sei auf die Bestrebungen der Technologieagentur zurückzuführen, das weibliche Potenzial in betrieblichen Innovationsprozessen besser als bisher auszuschöpfen, lobte das ZIT die eigenen Aktivitäten. Denn um den Frauenanteil zu steigern, schrieb die Technologieagentur bereits mehrfach einen Förderwettbewerb (Call) aus. Zuletzt war er mit einer Million Euro dotiert.

Besonders kleinere und mittlere Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sollten mit "Fempower Innovation 2009" angesprochen werden, da in diesem Bereich der Anteil sehr niedrig ist. Laut dem Gender-Monitoring-Bericht sind hier nur 14 Prozent weibliche Forscher beschäftigt. Anders stellt sich die Lage beispielsweise bei den Life-Sciences dar: Dort herrsche Geschlechterparität, heißt es im Endbericht.

Bei allen Projektförderungen des ZIT werden genderrelevante Aspekte berücksichtigt. Soll heißen: Bei zwei gleich gut bewerteten Projekten bekommt jenes den Vorzug, das positive Wirkungen auf die Beteiligung von Frauen in der Forschung erwarten lässt. Und: Forschungsprojekte, die von Frauen geleitet werden, erhalten zusätzlich zur ZIT-Förderung einen Bonus von 10.000 Euro.

Dritter Call, drei Gewinner

Die Fachjurys, die alle bei der Technologieagentur eingereichten Projekte begutachten und bewerten, sind zumindest zu einem Drittel mit Frauen besetzt. Einzelne Projekte können maximal 250.000 Euro erhalten. Schon 2004 und 2007 führte das ZIT Förderwettbewerbe zur Stärkung von Frauen in der betriebliche Forschung durch.

Dabei konnten insgesamt zwanzig Forschungsprojekte mit knapp vier Millionen Euro unterstützt werden. Heuer gab es insgesamt 29 Einreichungen. Neun erhielten eine Förderzusage. Für die drei erstgereihten Projekte gab es zusätzlich noch Preisgelder in der Höhe von 15.000 (erster Platz), 10.000 (zweiter Platz) und 5000 Euro (dritter Platz).

Auf Platz eins landete ein Projekt des Providers Silver Server, in dem virtuelle Infrastruktur angeboten wird, auf Platz zwei das LifeScience-Unternehmen Bender Med Systems (siehe dazu auch das Interview auf dieser Seite).

Den dritten Platz konnte sich Compact Electric mit der "thermischen Optimierung und Energieeinsparung in öffentlich Beförderungsmitteln" sichern. (max/DER STANDARD, Printausgabe, 09.12.2009)

 

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