Dubai setzt erneut zur Talfahrt an

8. Dezember 2009, 17:36
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Neue Hiobsbotschaften haben zu einem weiteren Einbruch an den Börsen in den Arabischen Emiraten geführt

Neue Hiobsbotschaften haben zu einem weiteren Einbruch an den Börsen in den Arabischen Emiraten geführt. Dubai World wird seine Schulden innerhalb von sechs Monaten nicht begleichen können, teilte die Regierung mit.

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Dubai - Für das finanziell schwer angeschlagene Emirat Dubai gibt es weiter keine Atempause. Neue Meldungen über Milliardenverluste in den staatlichen Unternehmen und wachsendes Misstrauen internationaler Ratingagenturen haben die Börse in Dubai und Abu Dhabi erneut auf Talfahrt geschickt.

In Dubai gab der Leitindex um mehr als sechs Prozent nach und fiel auf den tiefsten Stand seit 21 Wochen, der Index in Abu Dhabi fiel um drei Prozent.

Die Nerven vieler Dubai-Investoren liegen blank, seitdem vor rund zwei Wochen bekannt wurde, dass Dubai World, die größte Staatsholding des Emirates, einen Teil ihrer Schulden nicht zurückzahlen kann. Dubai World hat Ausstände in Höhe von rund 60 Milliarden Dollar. Als besonders schwer angeschlagen gilt die Dubai-World-Tochter Nakheel. Der Immobilienentwickler wurde mit Projekten wie der gigantischen Palme vor der Küste Dubais weltbekannt.

Am Dienstag tauchten nun erste Zahlen auf, die einen Einblick in die Größenordnung der Probleme bei Nakheel geben könnten:Allein in den ersten sechs Monaten 2009 hat das Unternehmen einen Verlust von 3,65 Milliarden Dollar eingefahren, berichtete die Agentur Bloomberg. Grund seien sinkende Umsätze sowie Abschreibungen auf Immobilien.

Dubai World hatte zunächst wegen der Schwierigkeiten bei Nakheel um einen sechsmonatigen Zahlungsaufschub gebeten. Inzwischen ist aber klar, das neben Nakheel auch weitere Tochterunternehmen von Dubai World in Schieflage geraten sind. Dubai World drängt nun auf eine Teilentschuldung durch seine Gläubiger, insgesamt sollen 26 Milliarden Dollar Schulden restrukturiert werden.

Ebenfalls am Dienstag teilte das Finanzministerium in Dubai mit, dass sechs Monate zu kurz seien, Dubai World brauche einen längeren Zahlungsaufschub. Zur Verunsicherung beigetragen haben aber auch neue Bewertungen internationaler Ratingagenturen. Die US-Agentur Moody's hat am Dienstag wie Standard & Poor's die Bonitätsnoten weiterer Tochterfirmen von Dubai World herabgestuft.

Betroffen ist etwa Dubai Ports World, einer der größten Hafenbetreiber der Welt. Herabgestuft wurde auch die Bonität von Dubai Electricity & Water Authority und der Freihandelszone Jebel Ali Free Zone.

Die Ratingagenturen begründen ihre Schritte mit der Haltung des Emirates Dubai. Die Regierung will für die Schulden seiner als eigenständige Rechtsperson geführten Unternehmen nicht haften. Der Vorsitzende der Finanzbehörde des arabischen Emirates, Abdurrahman Al Saleh, sagte am Dienstag in einem Interview mit dem TV-Sender Al-Arabija erneut: "Die Regierung gewährt dem Unternehmen große Unterstützung, aber es gibt keine Garantien."

Unterdessen wurde bekannt, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) die Situation in Dubai unter die Lupe nehmen will. Eine IWF-Abordnung soll in den kommenden Wochen in das Golfemirat reisen und die Auswirkungen der Krise untersuchen. (szi, Reuters)

 

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