Felsen

8. Dezember 2009, 16:33

Eine Übersetzung aus Stein

Dieses steinharte Phänomen scheint es schon länger zu geben, nur ist es mir noch nie untergekommen, weder in Gesprächen mit jugendlichen Gewährspersonen noch in geschriebener Form: Nämlich das frei erfundene Verbum "felsen", das eigentlich nur als deutsche Übersetzung ("das felst") für das englische "this (or that) rocks" benötigt wird. Bei der Suche nach dieser Art von "felsen" im Internet bin ich auf etliche Belegstellen gestoßen: "Das felst das Haus echt wie in alten Zeiten " ;"das felst die hütte"; "Meine Fresse, das felst" (die letzte Belegstelle datiert aus dem Jahr 2003, die zeitlich früheste, die ich gefunden haben). Nimmt man an, dass "felsen" auch in Österreich im Umlauf ist, so würde es hierorts wahrscheinlich gar als "dös föst" ausgesprochen.

Womöglich können mir ja die p.t. Leser mitteilen, ob ihnen dieses wunderliche Verb schon irgendwann einmal untergekommen ist, ob sie es gar in ihrem aktiven Wortschatz führen oder ob ihnen die eine oder andere steinerne Assoziation dazu in den Sinn kommt.

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

Kommentar posten
25 Postings
das ist kühl, ist es nicht?

Ja, in der Tat, es ist.

es quarzt und feuersteint nur so

Manchmal bin ich

gesteinigt...

Preger, Teilzeitkuenstler/In

felsigen ist nicht felsen,

steinigen nicht steinen.

Mir scheint Sie sind

auch gesteinigt.

"Jugendliche Gewährspersonen"?

"Gewährspersonen" wofür?

Ich habe den Ausdruck noch nie - außer in obigem Artikel logischerweise - gelesen oder gehört! "Felsen" ist doch ein völliger Blödsinn!

Als Gegenstück würde ich das "Holzen" empfehlen. Im Sinne von "Heast, Oida, du holzt jo voi!" als umgangssprachlicher Vorwurf, dass der Angesprochene das sprichwörtliche "Brett vor dem Kopf" herumträgt...

Du felst (ein Rechtschreibfehler) ...

Das war doch Herbert Gröhlemeier?

aber bei seiner Aussprache ists schon egal, wie man's schreibt :-]

Bei einem Softwareentwickler in Deutschland hab ich einen Jüngling getroffen, der offenbar krampfhaft versucht, andere davon zu überzeugen, sie müssten künftig auch "das saugt" sagen, wenn sie etwas schlecht finden ....

Ich finde,...

...das saugt.

Man könnte sogar sagen es zuzelt.

Ich finde sogar,

das saugt Bälle in der Hölle!

Im ...

... österreichischen Blätterwald furcht es doch auch schon seit langem!

Und ich dachte,

es geht um den "Felsen" in der Wachau, auf dem so mancher "Urlaub" macht.

"Wo is der koarl?"
"Der hockt auf an Zehna-Felsen"

Nehme an, dass das absichtlich fehlübersetzt ist, nach dem Modell "How much watch is it?" Weil nur "Durchrütteln" ergibt wirklich Sinn.

Lasst uns fels'n' semmeln, Leute!

Felsen saugt

In OÖ: d´ VÖST

..........und da machen sie Eisen!

Oha, die gibt's aber auch

im Steirischen Donawitz bei Laeioum (oder heisst der Schinenverein dort schon anders?).

Preger, Teilzeitkuenstler/In

Fös mi, Hasi, fös mi d'ganze Nacht
Fös mi, Hasi, Schatzi, fös mi d'ganze Nacht
I wü dass d'mi föst mei Hasi
ois war mei Ruckn völlig waach
(c) B. B. King

Des Reimes wegen...

...würde ich vorschlagen, die letzte Zeile in;
'bis das da Buckl krocht'
umzudichten, da es sich dann wunderbar auf eine wienerische "nocht" reimt.

;-)

Die letzte Zeile hat mir, ich gestehs, einiges Kopfzerbrechen bereitet. Sollte ich in der Nähe des Originals bleiben (beim Bild des Rückens, dessen Biegsamkeit durch kein Rückgrat beeinträchtigt wird) und wie das Original auf einen echten Reim verzichten, auch auf die Gefahr, dass das Ganze etwas holprig wird, oder doch auf verbale Geschmeidigkeit setzen? Tja, aus heutiger Sicht würd ich eher deiner Version den Vorzug geben, einigen wir uns vielleicht auf:
BIS DASS DER BUGL URNDLICH KROCHT

Ach! Einfach locker vom Hocker drauf los übersetzt.
Sie haben wohl noch nie eine Bibel übersetzt?

Touché!

Äh, ja, ich gebs zu. Keine einzige.

Der Metrik wegen...

...geben ich Ihnen recht, allerdings ist in meiner Zeile der Bugl Bluesmässig irgendwo zwischen Dominante und Subdominante angesiedelt und kann so zu einem Buuhuuhuugl gedehnt werden.

Beide Varianten gälte es wohlbeklampft zu überprüfen...

;-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.