Opposition will genauere Einblicke in Tiroler Hypo

8. Dezember 2009, 17:00
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Nach Kreditdebakel tritt Chef Ende des Jahres ab

Innsbruck - Hannes Gruber, bisher Chef der Hypo-Landesbank, ist seinen Job mit Ende des Jahres los. Wie berichtet, soll die Hypo Tirol 21 Millionen Euro an einen bayrischen Solaranlagenbauer vergeben haben - ohne entsprechende Sicherheiten. Daraufhin hatte die Hypo Selbstanzeige erstattet. Die Bank dürfte einem Betrug aufgesessen sein, die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits.

Nach dem überraschend angekündigten Abgang des Tiroler Hypo-Chefs wollen die Oppositionsparteien "Antworten auf offene Fragen" . Die Liste Fritz fordert eine unabhängige Prüfung der Landesbank durch den Bundesrechnungshof.

Der Grünen-Klubobmann Georg Willi erwartet sich nach der Aufsichtsratssitzung heute, Mittwoch, "genauere Einblicke in die Berichte der Wirtschaftsprüfer" . "Wir werden nach der Aufsichtsratssitzung entscheiden, ob wir den Rechnungshof betrauen oder ob die Verantwortlichen in der Hypo Antworten auf offene Fragen geben können," sagt Willi.

Neue Strategie gesucht

Für den freiheitlichen Abgeordneten Gerald Hauser ist der Rücktritt von Vorstandschef Gruber ein "richtiger Schritt" . In die Kreditvergabe an die bayerische Solarfirma sei der Kreditausschuss der Hypo nicht eingebunden gewesen. Gruber habe den Finanzausschuss gegenteilig informiert. Bereits nach Auffliegen der missglückten Kreditvergabe im September hatten die Oppositionsparteien eine Sonderprüfung der Landesbank gefordert - Landeshauptmann Günther Platter (VP), Eigentümervertreter der Landesbank, setzte jedoch durch, dass die Bank zuerst von externen Prüfern durchleuchtet wird. Das Ergebnis dieser Prüfung dürfte daraufhin zum Rücktritt Grubers geführt haben. Zeitdruck für die Suche nach einem Nachfolger Grubers in der Hypo Tirol gebe es keine, heißt es aus dem Aufsichtsrat. Die Bank habe zwei zeichnungsberechtigte Vorstände.

Im Abgang Grubers sieht Platter "eine Chance für eine neue Strategie des Unternehmens" . (ver, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.12.2009)

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