Dubai-Aktien sacken weiter ab

8. Dezember 2009, 12:35
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Dubai-Index brach um 6,5 Prozent ein

Dubai - Im Sog der Kreditkrise des Staatsfonds Dubai World sind die Aktienkurse in Dubai und Abu Dhabi am Dienstag erneut eingebrochen. In Dubai gab der Index am Vormittag um 6,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit 21 Wochen nach, in Abu Dhabi um drei Prozent.

Unterdessen versucht die Regierung von Dubai das Vertrauen der Anleger zumindest teilweise zurückzugewinnen, ohne aber die Garantie für die Schulden der Immobilientöchter von Dubai World, Nakheel und Istithmar, in Höhe von 26 Mrd. US-Dollar (17,6 Mrd. Euro) zu übernehmen. Der Vorsitzende der Finanzbehörde des arabischen Emirates, Abdurrahman Al Saleh, sagte am Dienstag in einem Interview mit dem TV-Sender Al-Arabija: "Die Regierung gewährt dem Unternehmen große Unterstützung, aber es gibt keine Garantien." Dubai World habe die Gläubiger nur um ein wenig mehr Geduld gebeten, sagte er: "Sechs Monate (Aufschub für die Rückzahlung der fälligen Kredite und Anleihen) sind keine lange Zeit."

Sanierung von Dubai World wird länger als halbes Jahr dauern

Die Sanierung des angeschlagenen Staatskonzerns Dubai World wird nach Einschätzung der Regierung des Emirats länger als ein halbes Jahr dauern. In den kommenden sechs Monaten werde man sich auf die Schuldenlage Unternehmens konzentrieren, sagte Abdulrahman al-Saleh. Der Konzern habe aber genug Mittel, um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Die Regierung werde den Konzern "als Eigentümer" unterstützen. Details nannte Al-Saleh nicht. Es sei zu früh, über Kapitalspritzen für Dubai Worlds Baukonzern Nakheel zu reden. Dubai selbst sollte in der Lage sein, den Anleihenmarkt bei Bedarf anzuzapfen. Das Emirat hat ein Programm zur Ausgabe weiterer Staatsanleihen aufgelegt.

Dubai World verhandelt mit betroffenen Banken über einen neuen Termin zur Begleichung der Schulden über 3,5 Mrd. Dollar, die eigentlich am 14. Dezember fällig wären. Bei einem ersten Treffen am Montag wurde aber keine Einigung bekanntgegeben. Die Börse in Dubai stürzte daraufhin den sechsten Tag in Folge ab, am Dienstag um 6,5 Prozent . Zu den Gläubigern zählen Standard Chartered, HSBC, Lloyds, die Royal Bank of Scotland, Abu Dhabi Commercial Bank und Emirates NBD. (APA/Reuters)

 

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