Ehemaliger SS-Mann Boere gesteht Mord an Zivilisten

8. Dezember 2009, 12:15
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Als deutscher Besatzungssoldat in den Niederlanden

Aachen - Der frühere deutsche SS-Mann Heinrich Boere hat vor dem Aachener Landgericht gestanden, 1944 drei Zivilisten in den besetzen Niederlanden getötet zu haben. "Ich habe 1944 zu keinem Zeitpunkt mit dem Bewusstsein oder mit dem Gefühl gehandelt, ein Verbrechen zu begehen. Heute nach 65 Jahren sehe ich das natürlich aus anderem Blickwinkel", erklärte der Angeklagte in einer von seinem Verteidiger am Dienstag verlesenen Erklärung.

In dem Mordprozess gegen den 88 Jahre alten Boere hatten dessen Verteidiger argumentiert, nach dem Lissabon-Vertrag der EU und der darin enthaltenen Grundrechte-Charta dürfe jemand wegen einer Straftat in der Europäischen Union nur einmal rechtskräftig verurteilt oder bestraft werden, unabhängig davon, ob die Strafe jemals verbüßt wurde. Die Staatsanwaltschaft dagegen geht davon aus, dass die Grundrechte-Charta in diesem Fall keine Bedeutung hat. Ein Sondergerichtshof in Amsterdam hatte Boere in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde in lebenslange Haft umgewandelt. (APA/AP)

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