Erdogan lässt Obama abblitzen

8. Dezember 2009, 10:33
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Türkischer Premier: "Iran-Resolution der IAEA zu schnell verabschiedet"

Washington - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich nicht amerikanischem Druck gebeugt, Sanktionen gegen den Iran mitzutragen. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus sagte Erdogan nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama am Montag, der Iran sollte mit diplomatischen Mitteln von seinem umstrittenen Atomprogramm abgebracht werden.

Er habe Obama die Bereitschaft der Türkei bekundet, zwischen dem Iran und dem Westen in dieser Frage zu vermitteln. Die USA haben angedeutet, schon in Kürze neue Sanktionen gegen Teheran im UN-Sicherheitsrat anzustreben, in dem die Türkei - ebenso wie Österreich - zur Zeit Mitglied ist.

Wie der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan bei seinem Treffen mit US-Präsident Barack Obama am Montag in Washington weiter sagte, sei die Resolution der Internationalen Atomenergieagentur IAEA gegen den Iran "zu schnell" verabschiedet worden. Es seien nicht alle Maßnahmen ausgeschöpft worden. Zuvor hatte er gegenüber Obama versichert, die Türkei sei bereit, "alles für eine diplomatische Lösung" der Atomfrage in der Region zu tun.

Die IAEA hatte den Iran für sein Verhalten im Atomstreit Ende November in einer Resolution verurteilt. Von den 35 Mitgliedern des Gremiums hatten damals 25 für die Resolution gestimmt, in der die sogenannte Sechsergruppe unter anderem einen Baustopp für die neue iranische Atomanlage verlangt. Die Türkei hatte sich enthalten und jüngst auch den zivilen Charakter des iranischen Atomprogramms verteidigt, den auch Teheran immer wieder betont.

Obama bezeichnete die Türkei im Streit um das iranische Atomprogramm als "wichtigen" Partner. Die internationale Gemeinschaft bemühe sich sehr darum, Teheran bei der Offenlegung seines Nuklearprogramms zur Kooperation zu bewegen. "Ich glaube, dass die Türkei ein wichtiger Akteur bei dem Versuch dabei sein kann, den Iran dazu zu bringen", sagte er nach seinem Gespräch mit Erdogan. (APA/AP)

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