Vor 25 Jahren begann "Hainburg"-Besetzung

08. Dezember 2009 09:40

"Konrad-Lorenz-Volksbegehren" rief zum Gang in die vom Kraftwerksprojekt bedrohte Au auf

Wien - Am 8. Dezember vor 25 Jahren wurden mit einem Sternmarsch von rund 5.000 Umweltschützern in die Hainburger Au jene Aktivitäten gestartet, die zur Besetzung des vom Donau-Kraftwerksprojekt bedrohten Gebietes führten. Die Demonstranten versammelten sich dort zu einer "Adventfeier". Eine dauernde Besetzung des für Rodungen vorgesehenen Areals bei Stopfenreuth erfolgte mit 10. Dezember 1984. Am 19. Dezember kam es zu den heftigsten Auseinandersetzungen zwischen Auschützern und Exekutive.

Der Kampf gegen das Donaukraftwerk Hainburg gilt als Geburtsstunde der Umweltbewegung und  der Grünen in Österreich. (red/APA)

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Nagois
09.01.2010 00:27

Danke fürs Wasserkraftwerk verhindern!
Und das ist auchnoch die Geburtstunde der Grünen.
Welch Ironie.
Zeigt auch die kurzsichtigkeit dieses Vereins.

Mario Rutar
09.12.2009 08:55
Ja und?

Wir haben heute zwar keine AKW's und das eine Kraftwerk in Hainburg weniger, dafür importieren wir fleissig Atom-Strom. UND: dafür haben wir jetzt die Grünveranlagten im Parlament. Zwar nur als Opposition, aber bekanntlich ist auch ein Tripper nichts Schlimmes und doch will man ihn gerne wieder loswerden...

sabber
09.12.2009 07:27
Das

waren noch Zeiten, heute überwintern Studenten in besetzten Universitäten.

John Sandwich
08.12.2009 23:39
Ein Blick in die Zukunft statt Nostalgie

http://www.25-jahre-hainburg.at/

waunsinn
08.12.2009 21:50
War das kalt damals!

Ich erinnere mich, wie Blecha verlautbaren ließ: Polizisten mit Hundestaffeln? Absoluter Blödsinn! Oder Polizisten in Kampfausrüstung? Hirngespinste von renitenten Studenten... Is ois net woar! Dabei bellten die Hunde und lange Kolonnen von entsprechend ausgerüsteten Polizisten haben Aubesetzer umzingelt. Da ist soviel von der Politik gelogen worden - es war einfach unglaublich... Bin sehr froh damals aktiv mitgemacht zu haben. War sehr wichtig.

Alfred Zopf
09.12.2009 07:57
wars wirklich so kalt ?

meiner Erinnerung wars nicht so schlimm, neben vielerlei heißen Tee, gabs Lagerfeuer am Abend, Zelte, die mit Alufolien ausgelegt waren, damits warm bleibt.
Sogar eine indianische Schwitzhütte gabs - was will man mehr, ich denke wir hätten dort überwintern können. So gut wie in der Au haben sich die StudentInnen größtenteils nirgemdwo so gut ernährt, so meine Wahrnehmung.

Harry Y.
 
09.12.2009 10:48
Saukalt,

jedenfalls an meinem ersten Abend, als ich knapp vor Mitternacht ankam und auf zwei Lagen Karton in zwei Schichten Schlafsäcken auf dem Schnee übernachtete, um die anderen nicht zu stören
(!! ;)). Im Zelt war's dann warm. So grosse Zelte hatte ich bisher noch nie gesehen.
Lebensmittellieferungen (die waren allerdings ausgiebig: v.a. viele Vitamine und Studentenfutter) und Mobilklos gab es erst später. Das Scheißen war schon kalt.

waunsinn
09.12.2009 09:30
Wo warst Du denn da?

Wo ich war gabs da alles nicht. Wir hatten ein Lagerfeuer, um das sich alle gedrängt haben. Von Zelten und Essen war nix zu sehen. Aber so hat jeder seine subjektiven Erfahrungen gemacht. Ich war im Herbst dort wandern und bin heilfroh, dass wir damals vor Ort waren und den Kraftwerksbau verhindern konnten.

Spigola
08.12.2009 19:48
Das Hauptthema war und ist immer noch:

Schon bei der Atomkraftdiskussion 1978 haben die Gegner darauf gepocht, dass die Anstrengung des Staates in die Vermeidung der Ergieverschwendung statt in den Ausbau immer neuer Kraftwerke gesteckt gehören. Dieses Argument wurde und wird bis heute beharrlich ignoriert. Unaufhörliches Steigern der Energieproduktion ist physikalisch unmöglich und umweltpolitisch selbstmörderisch. Es ist seit Jahrzehnten höchste Zeit, diese Frage politisch anzugehen, statt im Ausbaurausch der 50/60er Jahre zu verharren. Die Entscheidungsträger handeln aber in dieser Frage nach wie vor wie schwerst Suchtkranke auf der Suche nach immer höheren Dosen statt wie denkende Menschen auf der Suche nach Lösungen.

marx graut scho
08.12.2009 18:59
Schei**e, eigentlich war ich schon am ...

... Weg dorthin, als mich die "Ferkelgrippe" (Anm.: Vorläufer der Schweinegrippe) für 2 Wochen außer Gefecht gesetzt hatte! Ein echter Makel in meiner Historie .... ;)

'Antheny
08.12.2009 18:57

Am Besten schalten wir nun alle unsere PCs und Notebooks aus, aus dem einfachen Grund, um Strom zu sparen.

Bai bai

EN ISO 9000
 
08.12.2009 17:46

Danke an die Umweltschützer, die etwas Einzigartiges erhalten haben. Darum beneidet uns die Welt und nicht um ein Kraftwerk, dessen Arbeit sich mit etwas gutem Willen einsparen ließe.

http://www.donauauen.at/

Eine Fülle an teils sehr seltenen und streng geschützten Arten findet in den Donau-Auen Lebensräume: mehr als 700 Arten höherer Pflanzen, mehr als 30 Säugetier- und 100 Brutvogelarten, 8 Reptilien- und 13 Amphibienarten, rund 60 Fischarten und Tausende wirbellose Tiere.

CO2 Ausstoß Verkehr 24 Mio. Tonnen/Jahr
CO2 Gesamt in Österreich 88 Mio. Tonnen/Jahr
CO2 Einsparung Donaukraftwerk ca. 1500 Tonnen/Jahr

Alfred Zopf
08.12.2009 17:23
Gendarmerie ist damals zu den AubesetzerInnen übergelaufen !

Der Filmbericht stimmt insofern nicht, weil am 19. Dezember nur mehr Wiener Polizisten auf die Au-BesetzerInnen losgeschickt wurden, vermutlich auch deshalb, weil die niederösterreichischen Gendarmen den Au-BesetzerInnen positiv gegenübergestanden sind. Ich werde nicht vergessen, wie mir ein Gendarm zu einem Zaunloch geführt hat, damit ich ungehindert nach meiner Regenerierung wieder zurück zu den BesetzerInnen finden kann.

suboptimal
 
08.12.2009 18:08
he he

Es war auch die ganze Zeit (mindestens) ein Wiener Polizist als Demonstrant dort, in seiner Freizeit, mit Frau und Freunden und sorgsam darauf bedacht nicht von rabiaten Kollegen "aufgegriffen" zu werden .... hehe
Damals hätte ihn das den Job gekostet, heute können sie ihn, kreuzweise ...

08.12.2009 17:49

bitte hier keinen unsinn verzopfen.

Cuca Racha
 
08.12.2009 20:39
Gendarmerie vs. Polizei

Herr Zopf hat Recht. Ich habe das auch beobachtet (ich war auch dabei). Die (teilweise) Aggressivität der Polizei war u.a. darauf zurückzuführen, dass sie in der ziemliche labyrinthischen Au keine Ortskenntnis hatten und sich wirklich gefürchtet haben. Ich weiss nicht, wie weit das als Faktor vom Innenministerium beabsichtigt oder geplant war, aber es hat zur Eskalation sicher beigetragen. Umgekehrt haben die BesetzerInnen das schnell bemerkt und ausgenützt.

Mathias
 
09.12.2009 22:17
Gendarmerie vs. Polizei

Das gab es auch in den anderen Bundesländern. Mein Großvater war bei der freiwilligen Feuerwehr. Die hatten es gut, denn es herrschte immer ein "Kampf" zwischen Stadtpolizei und Gendarmerie. Natürlich hat das keiner der Feuerwehrleute "ausgenützt". Alk am Steuer eines Feuerwehrwagens war damals noch ein Kavaliersdelikt ;-)

Alfred Zopf
08.12.2009 18:59
Waren sie dort !

Das ist kein Unsinn, tut mir leid, sondern die Wahrheit, die ich persönlich erlebt habe, auch wenn sie es nicht glauben wollen. Die Gendarmerie hat in den ersten Wochen der Auseinandersetzung die Räumung übernehmen müssen, für sie sicher sehr hart, bei Singen der Bundeshymne von den AubesetzerInnen sie beiseite Stellen zu müssen, in den Teepausen gab es viele Gespräche zwischen Gendarmerie und BesetzerInnen. Ich denke, die Gewaltlosigkeit der BesetzerInnen hat bei den Gendarmen enormen Respekt ausgelöst, deshalb die Umkehr der Gendarmen Anfang bis Mitte Dezember.

suboptimal
 
08.12.2009 18:56
Wieso Unsinn?

Da waren ja nicht nur die von hirnkranken Politikern und Kommandanten angestifteten hirnkranken Schläger unterwegs. "Es gab auch sehr berührende Situationen mit den zwangsweise dorthin kommandierten Gendarmen (auch ein abgesprungener Polizistenschüler, der Gewalt beim Einsatz verweigerte, war bei uns im Lager) die durchaus so etwas wie Solidarität und Anerkennung uns gegenüber zeigen ... "

http://www.hainburg20.at/default.p... D=11&typ=1

Chris Haslacher
 
08.12.2009 17:36

Die Gendarmerie war ja auch schwarz. Nur der Kanzler Herr Sinowatz und sein Innenminister Herr Blecha haben auf die Besetzer die Hunde gehetzt und die roten wiener Polizisten eindreschen lassen.

Terence Lennox
08.12.2009 17:30
überlaufen?..

..naja, eher passiv verhalten. aber stimmt: die wiener bullen haben geprügelt...

'Antheny
08.12.2009 16:57

Lasst uns die Erde küssen.

Peitschenknaller
08.12.2009 16:51
OT: Was bei Kraftwerken alles passierebn kann

Stenkelfeld
http://www.youtube.com/watch?v=ORgsstGBWhU

Schönen Restfeiertag GenossInnen ;)

Zophopas
08.12.2009 16:30
Ich bewundere die Menschen,

die damals einen so großen Zusammenhalt für eine gemeinsame Sache an den Tag legten. Es ist nunmal Tatsache, dass Wasserkraftwerke nicht so umweltfreundlich sind, wie immer behauptet wird. Also bitte, nicht völli unreflektiert unsere Flüsse mit Kraftwerken zu betonieren. Alte Wasserkraftwerke effizienter machen, Häuser sanieren und Energie sparen, dann kann der Bau so einiger neuer Kraftwerke vermieden werden

xyzabcdef
08.12.2009 18:42
Alternativen?

- Kohle, Gas, Öl => CO2
- Kernkraft => Atommüllproblem
- Wind, Sonne => zu wenig vorhanden bzw. schwankend
- Biomasse etc. => gibts noch nicht
- Gezeitenkraftwerk => ah ja, wir sind ja nimmer am meer ;-)

Bleibt IMHO nur die Wasserkraft. Und man sollte Hainburg bauen, wenn auch schonend (Fischtreppe etc.).

Schon vergessen, dass aus Wasserkraftwerken wunderschöne, vom Menschen geschaffene Landschaften entstehen? Zwei Beispiele: Ottenstein, Zillergrund.

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