Irische Missbrauchsfälle: Papst zeigt sich erschüttert

7. Dezember 2009, 16:50
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Benedikt XVI. verspricht vollen Einsatz zur Klärung der Vorfälle - Hirtenbrief an irische Gläubige geplant

Rom - Der Papst hat sich am Freitag mit der Spitze der katholischen Kirche in Irland zu einem Krisengipfel getroffen. Thema war der Kindesmissbrauch in kirchlichen Einrichtungen Irlands in den vergangenen Jahrzehnten und wie irische Bischöfe mit dem Phänomen umgegangen waren. An der Beratung mit Benedikt XVI. nahm der Vorsitzende von Irlands Bischofskonferenz, Kardinal Sean Brady, teil. Außerdem war der Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin gekommen.

Der Papst erklärte sich über den Inhalt des Berichts der sogenannten Murphy-Kommission über die Missbrauchsfälle in Irland "erschüttert". Er versprach seinen vollen Einsatz, um zu klären, wie sich diese "schändlichen Fälle" ereignen konnten, hieß es in einer Presseaussendung des Vatikans nach dem Treffen mit den irischen Bischöfen.

Der Heilige Vater will den Gläubigen in Irland einen Hirtenbrief adressieren, in dem er über die Initiativen des Vatikans zur Klärung der Missbrauchsfälle berichten wird. "Auf diese Weise will der Papst konkrete Hinweise geben und nicht nur seine Bestürzung wegen dieser dramatischen Situation ausdrücken", sagte Vatikan-Sprecher Pater Federico Lombardi. Ein Datum für die Veröffentlichung des Briefs wurde noch nicht bekanntgegeben.

Der vom Justizministerium veröffentlichte Bericht der Murphy-Kommission kommt zu dem Schluss, dass die Erzdiözese Dublin über mehr als 30 Jahre Kindesmissbrauch durch Geistliche systematisch vertuscht habe. Der Bericht befasst sich vornehmlich mit Vorwürfen aus den Jahren 1975 bis 2004, die von 320 Personen erhoben wurden. Seit Mai 2004 seien 130 weitere Vorwürfe gemeldet worden. (APA)

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