Angreifer töteten sieben Soldaten

7. Dezember 2009, 20:02
56 Postings

PKK bekannte sich zunächst nicht zu Angriff - Spannungen vor Verbotsprozess gegen Kurdenpartei DTP

Ankara - Unbekannte Angreifer haben am Montag in der Türkei mit automatischen Waffen auf ein Militärfahrzeug geschossen und dabei mindestens sieben Soldaten getötet. Bei dem Angriff in der Nähe eines paramilitärischen Außenpostens bei der Stadt Resadiye in der an das Schwarze Meer grenzenden Provinz Tokat wurden zudem drei Soldaten verletzt, wie Bürgermeister Rafet Erdem und das Büro des Gouverneurs mitteilten.

Für den Angriff wurden Anhänger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verantwortlich gemacht, ohne dass sich die Organisation zunächst zu der Tat bekannte. In der Provinz habe es seit mehr als zehn Jahren keinen vergleichbaren Anschlag mehr gegeben, teilten die Behörden mit. Einen Tag bevor sich das türkische Verfassungsgericht mit einem Verbotsantrag gegen die größte Kurden-Partei DTP befassen wollte, drohte der Zwischenfall Spannungen zu verstärken.

In der Türkei gehören rund 20 Prozent der Bevölkerung und damit bis zu 15 Millionen Menschen der kurdischen Volksgruppe an. Die Kurden stellen die größte ethnische Minderheit. Sie fordern mehr autonome Rechte, etwa die Anerkennung ihrer eigenen Sprache. In dem Konflikt zwischen der PKK und der türkischen Armee sind nach offiziellen Angaben aus Ankara bisher etwa 35.000 Menschen getötet worden. (APA/AP)

  • Ein bei dem Angriff verletzter türkischer Soldat wird in das Krankenhaus von Sivas gebracht. Noch immer ist unklar, wer hinter dem Angriff steht.
    foto: epa/kemal kaya

    Ein bei dem Angriff verletzter türkischer Soldat wird in das Krankenhaus von Sivas gebracht. Noch immer ist unklar, wer hinter dem Angriff steht.

Share if you care.