Ratingagentur bewertet Österreich mit Bestnote

7. Dezember 2009, 16:05
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S&P bestätigt "AAA"-Rating für Österreich - Heimische Wirtschaft ist widerstandsfähig und wettbewerbsstark

Wien - Die internationale Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) bewertet die Republik Österreich weiterhin mit ihren besten zu vergebenden Noten. Das Rating für die langfristigen Staatsschulden wird mit der Höchstbewertung "AAA" ebenso bestätigt wie die kurzfristigen Staatsverbindlichkeiten mit "A-1+". Die Ratingagentur begründet dies mit der Widerstandsfähigkeit der wettbewerbsstarken österreichischen Wirtschaft. Sie erwartet, dass es ab dem Frühjahr 2010 eine klar definierte fiskalpolitische Konsolidierungsstrategie gibt. Der Ausblick wird mit "stabil" eingestuft.

Die S&P-Analysten gehen davon aus, dass die Regierung von 2010 an entschiedener reagieren wird, um die strukturelle Verschlechterung der öffentlichen Finanzen wieder umzukehren, falls die wirtschaftliche Erholung bis dahin robuster geworden ist.

Risiken aus Finanzsektor klingen ab

S&P-Österreich-Analyst Alois Strasser geht in seiner aktuellen Rating-Entscheidung für Österreich davon aus, dass das große Engagement der österreichischen Banken in Zentral- und Osteuropa (CEE) zu keiner Bankenkrise und auch keinen bedeutenden Bankenpleiten mehr führen wird. Die für den Staat aus dem Finanzsektor sich ergebenden Risiken würden abklingen. Trotzdem blieben Risiken für die Banken aufrecht, wenngleich Kreditabschreibungen in Osteuropa teilweise durch das Neuaufblühen schon abgeschriebener Verbindlichkeiten vorübergehend die wirklichen Probleme zudecken würden.

Die Staatsverschuldung wird sich nach Ansicht des Ratingexperten deutlich verschlechtern. Das Budgetdefizit werde 2010 mit 5,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) einen Höhepunkt errreichen und bis 2012 nur graduell auf 3,5 Prozent zurückgehen. Dies werde zu steigenden direkter und indirekter Staatsverschuldung von 78 bzw. 28 Prozent des BIP im Jahr 2012 führen, erwartet Strasser.

Höhepunkt der Staatsverschuldung 2012

Die Staatsverschuldung sollte ihren Höhepunkt 2012 erreichen und knapp unter 80 Prozent bleiben. Unter der plausiblen Annahme einer jährlichen nominellen 4 Prozent Steigerung des BIP und eines fast ausgeglichenen Budgets über fünf Jahre würde Österreich ein Jahrzehnt benötigen, um auf die Staatsverschuldungsquote von 63 Prozent von 2008 zu kommen, so Strasser.

Sollte eine klare, konkrete und glaubwürdige Konsolidierungspolitik fehlen, könnte das Rating unter Druck kommen, warnt Strasser. Druck könnte auch von höheren als bisher angenommenen Staatsausgaben für die Rekapitalisierung des Bankensystem hervorgehen. Dies vor allem für den Fall, dass sich Kapitalausstattung durch die Kreditverluste der Osttöchter deutlich stärker als derzeit angenommen verschlechtern sollte. (APA)

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