"Stellvertreterkrieg" bei Bestellung des höchsten steirischen Beamten

7. Dezember 2009, 15:36
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SPÖ will Ex-Gesundheitslandesrat installieren, ÖVP setzt auf Frauen-Bonus

Graz - SPÖ und ÖVP schenken einander nicht erst seit dem langsam ins Rollen kommenden Wahlkampf für die Landtagswahl im Herbst 2010 nichts. Jüngster Anlass ist die Bestellung des neuen Landesamtsdirektors, des höchsten Beamten im Lande. Nach einem Hearing-Duell zwischen dem ehemaligen SPÖ-Gesundheitslandesrat Helmut Hirt und der früheren Schützenhöfer-Büroleiterin Margit Körner sah am Montag jede Partei ihren Kandidaten vorne.

Hirt, der als stellvertretender Landesamtsdirektor in die Regierung gewechselt war und davor Polizeijurist und im Land führende Positionen in Verwaltung und SPÖ-Regierungsbüros innehatte, versüßte man den Rückzug als Landesrat mit der Aussicht auf den Posten des Landesamtsdirektors. Doch auch die ÖVP brachte eine hoch qualifizierte Juristin, Margit Kraker, in Position. Sie hatte im Parlament und im Verfassungsdienst gearbeitet und war zuletzt Büroleiterin von ÖVP-Landeschef LHStv. Hermann Schützenhöfer.

Nach dem Hearing war für die SPÖ klar, dass Hirt mehr Erfahrung in der Verwaltung und in Führungspositionen größerer Organisationen habe. Für die ÖVP hingegen waren beide gleich gut qualifiziert, man möchte jedoch Kraker gemäß den Intentionen des Gleichbehandlungsgesetzes und des Frauenförderprogramms den Vorzug geben. Die Entscheidung wurde zwecks weiterer Gespräche ausgesetzt, doch dürfte die SPÖ letztlich wohl ihre 5:4-Mehrheit in der Landesregierung einsetzen, um ihren Favoriten Hirt durchzubringen. (APA)

 

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