Gewitter erwärmen das Klima weniger als vermutet

9. Dezember 2009, 17:10
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Bei Blitzen entstehen weniger Stickoxide als bisher angenommen - Das könnte heißen: weniger Ozon und folglich ein geringerer Beitrag zur Klimaerwärmung

Gewitter haben möglicherweise eine geringere Klimawirkung als bisher angenommen: Grund für diese Annahme ist, dass in Blitzen viel weniger Stickoxid entsteht als vermutet. Das haben Forscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) der Helmholtz-Gemeinschaft herausgefunden.

Bei Blitzen bildet sich aus Stickstoff und Sauerstoff in erheblichen Mengen Stickoxid (NO), das wiederum das Treibhausgas Ozon erzeugt. Die Frage, wie viel Stickoxid gebildet wird, war bisher offen. Angenommen wurde aber, dass sich in einem wärmeren Klima verstärkt Gewitter bilden könnten. Damit entstünden wieder mehr Stickoxide und mehr Ozon, was zu einer weiteren Klimaerwärmung führen könnte.

Blitzortung mit Forschungsflugzeugen

Laut den Studien des DLR ist aber eher das Gegenteil der Fall: Gewitter werden in einem wärmeren Klima zwar stärker, aber auch seltener. Daher kann die mittlere Zahl der Blitze auf dem Globus sogar abnehmen. Das würde auch einige Langzeitbeobachtungen über Häufigkeiten von Blitzen erklären. 

Um das herauszufinden, haben die Forscher in den vergangenen Jahren extreme tropische Gewitter mit einer Vielzahl von Missionen mit Forschungsflugzeugen und sogenannten Blitzortungssystemen auf vier Kontinenten untersucht. Dabei ergaben sich aus den Ergebnissen grundlegend neue und unerwartete Erkenntnisse zu den Vorgängen in extremen Gewitterwolken: "Obwohl es bei tropischen Gewittern zu einer sehr hohen Anzahl an Blitzen kommt, produzieren diese nicht so viel Stickoxid wie erwartet. Detaillierte Untersuchungen zeigen, dass nicht nur die Anzahl der Blitze von Bedeutung ist, sondern auch deren Länge", erklärt Heidi Huntrieser, Meteorologin am DLR-Institut.

Kürzere Gewitter

"In tropischen, kurzlebigen Gewittern sind die Blitze im Mittel kürzer als in unseren Breiten. Dies liegt vor allem an der größeren Windscherung in unseren Breiten", so Huntrieser. Die größere Windscherung verursacht eine stärkere Änderung der Windgeschwindigkeit und -richtung. Dadurch wird der Auf- und Abwindbereich im Gewitter voneinander getrennt und das Gewitter kann sich verstärken, ausbreiten und länger erhalten bleiben. (red, derStandard.at, 9.12.2009)

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    Bei Blitzen entstehen Stickoxide, die wiederum das Treibhausgas Ozon erzeugen. Weniger Stickoxide als bisher angenommen könnten auch weniger Ozon bedeuten - und damit einen geringeren Beitrag zur Klimaerwärmung als angenommen.

  • Das Forschungsflugzeug Falcon 20 E.
    foto: dlr

    Das Forschungsflugzeug Falcon 20 E.

  • Blick aus dem DLR-Forschungsflugzeug Falcon im Anflug auf das tropische Gewitter "Hector" im Norden Australiens.
    foto: dlr

    Blick aus dem DLR-Forschungsflugzeug Falcon im Anflug auf das tropische Gewitter "Hector" im Norden Australiens.

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