Gefahren beim Arzneimittelkauf im Internet

07. Dezember 2009 14:12

"Tausende illegale Anbieter" - Liste geprüfter Online-Apotheken

Die Gefahr, gefälschte Medikamente zu kaufen, besteht nach Einschätzung des deutschen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor allem im Internet-Versandhandel. In einer normalen Apotheke könne der Kunde dagegen beruhigt kaufen, sagte BfArM-Fachmann Axel Thiele am Montag. Dort gebe es ein "sehr engmaschiges Sicherheitssystem".

"Es gibt Tausende illegale Anbieter im Ausland mit einem perfekten deutschen Internet-Auftritt."

Wer bei einer Internet-Apotheke einkaufen wolle, sollte diese vorher genau prüfen, riet Thiele: "Es gibt Tausende illegale Anbieter im Ausland mit einem perfekten deutschen Internet-Auftritt." Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) biete auf seiner Homepage (dimdi.de) eine Liste der geprüften und registrierten Versandapotheken, die über ein Sicherheitslogo verfügten.

Verdächtig seien vor allem Versandapotheken, die verschreibungspflichtige Mittel wie etwa das Potenzmittel Viagra verschreibungsfrei anböten, sagte Thiele. Eine entsprechende Google-Suche ergab am Montag mehr als 220.000 Treffer. Auch wenn eine Website Möglichkeiten anbiete, die Verschreibungspflicht zu umgehen - etwa durch das Beantworten einiger Fragen, die dann angeblich von einem Arzt bewertet würden - sollten die Alarmglocken läuten, sagte der BfArM-Experte.

Vom Grippemittel Tamiflu bis zum Haarwuchsmittel

Gefälscht werde einfach alles, was sich zu Geld machen lasse - vom Grippemittel Tamiflu bis zum Haarwuchsmittel. Vor allem seien gefälschte Lifestyle-Produkte wie Potenzmittel auf dem Markt. Medikamente bei ernsthaften Erkrankungen würden ja erstattet, und deshalb achteten die Verbraucher bei diesen Arzneimitteln weniger auf den Preis. (APA/dpa)

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