Dutzende Regierungskritiker festgenommen

7. Dezember 2009, 13:44
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Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein

Khartum - Im Sudan hat die Polizei Proteste gegen Präsident Omar al-Bashir gewaltsam aufgelöst und Dutzende Regierungskritiker festgenommen. Mehrere führende Vertreter der Ex-Rebellenorganisation SPLM wurden am Montag von der Polizei in Gewahrsam genommen, als sie vor dem Parlament in der sudanesischen Stadt Omdurman ankamen. Augenzeugen zufolge wurden mehr als 70 Demonstranten in Omdurman und in der Hauptstadt Khartum festgenommen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge aufzulösen.

Hunderte Demonstranten marschierten am Vormittag durch die Straßen von Khartum und Omdurman und riefen Parolen wie "Wir wollen unsere Freiheit". Ihnen folgten bewaffnete Polizisten. Mehrere Teilnehmer der Proteste seien geschlagen worden, berichteten Zeugen. Die Sicherheitskräfte sperrten die Zugangsstraßen zum Parlament ab. An zahlreichen strategisch wichtigen Orten in Khartum waren Polizisten postiert. Die Polizei hatte zuvor die Demonstration für "illegal" erklärt.

Die südsudanesische SPLM (Volksbewegung für die Befreiung des Sudans), die zur Regierung der nationalen Einheit gehört, sowie etwa 20 Oppositionsparteien hatten zu einer "friedlichen Demonstration" für demokratische Reformen aufgerufen. Die SPLM und die Partei von Präsident Bashir streiten sich über notwendige Reformen, die vor der für April 2010 geplanten Wahl - der ersten Mehrparteienwahl seit 24 Jahren - umgesetzt werden sollen. Streit besteht auch über ein Gesetz zu dem Referendum, das 2011 über eine Ablösung des Südens abgehalten werden soll.

Sowohl die Reformen als auch das Referendumsgesetz gehören zu den wichtigsten Aspekten des Friedensabkommens von 2005, mit dem der Bürgerkrieg zwischen dem Norden und dem Süden beendet wurde. (APA/AFP)

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