Brand in Nachtclub: Zahl der Toten auf 117 gestiegen

8. Dezember 2009, 11:55
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Vier weitere Menschen sind Verletzungen erlegen

Perm - Nach der verheerenden Brandkatastrophe in einem russischen Nachtclub ist die Zahl der Toten auf 117 gestiegen. Vier Menschen seien im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen, meldeten russische Nachrichtenagenturen am Dienstag unter Berufung auf das Katastrophenschutzministerium. Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin besuchte am Montagabend unangekündigt die Stadt Perm im Ural, wo das Feuer in der Nacht zu Samstag ausgebrochen war. Vor den Ruinen des Lokals legte er einen Strauß roter Rosen nieder.

Putin traf sich zudem mit den lokalen Ermittlern sowie mit dem Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu. Diese "tragischen Ereignisse" zeigten, dass die Brandschutzbestimmungen in Russland "alles andere als gut" seien, sagte Putin in Perm. Die Maßnahmen seien "nicht ausreichend und ineffektiv". Mehr als hundert Menschen wurden bei dem Unglück verletzt, Dutzende schweben nach Angaben des Gesundheitsministeriums weiter in Lebensgefahr.

Vier Personen angeklagt

Die Staatsanwaltschaft hat am Montag vier Personen angeklagt. Dabei handelt es sich um den Eigentümer des Clubs, den Manager, den Unterhaltungschef und den Direktor einer Feuerwerksfabrik, dessen Produkte das Lokal in Brand setzten. Ihnen drohen bei einem Schuldspruch zwischen drei und sieben Jahren Haft.

Vor dem Nachtclub legten die Menschen Blumen nieder, viele Autofahrer hupten im Gedenken an die Toten. Bei Temperaturen bis zu minus 15 Grad wurden die ersten Opfer beigesetzt. Von den etwa 130 Verletzten, die nach dem Feuer am Samstag ins Krankenhaus gebracht worden waren, mussten noch mindestens 68 künstlich beatmet werden.

Staatstrauer

In Russland herrschte am Montag Staatstrauer. Während an allen öffentlichen Gebäuden die Fahnen auf Halbmast gesenkt werden, wurden bereits vielerorts größere Veranstaltungen und Feiern abgesagt. Die größten Fernsehkanäle Russlands hatten sich zudem darauf geeinigt, am Montag auf Reklamesendungen zu verzichten.

Schwerverletzte

In den Krankenhäusern ringen noch immer viele Verletzte mit dem Tod. Einige wurden ins fast 1.200 Kilometer entfernte Moskau geflogen. Dort können ihre schweren Brandwunden von Spezialisten versorgt werden.

Präsident Medwedew kündigte harte Strafen gegen diejenigen an, die für den Brand am Freitag verantwortlich sind. Er rief das Parlament auf, die Gesetze bei Verstößen gegen Brandschutzbestimmungen zu verschärfen. Den Behörden zufolge hatten die Betreiber des Clubs mehrfach Aufforderungen ignoriert, die Vorschriften einzuhalten. Doch viele Trauernde bezweifeln, dass die Schuldigen je zur Verantwortung gezogen werden

Nach ersten Erkenntnisse verursachte ein Feuerwerk während einer Tanzvorführung den verheerenden Brand. Unter den mehr als 200 Gästen brach Panik aus. Viele Opfer wurden zu Tode getrampelt. Andere Menschen verbrannten oder starben an Rauchvergiftung. (APA)

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