Hauptstadt kommt nicht zur Ruhe

7. Dezember 2009, 15:57
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Schießereien drei Tage nach versuchtem Mordanschlag auf Militärmachthaber - Keine baldige Rückkehr des verletzten Staatschefs zu erwarten

Conakry - Drei Tage nach dem versuchten Mordanschlag auf den Militärmachthaber von Guinea ist es in der Hauptstadt Conakry zu Schießereien gekommen. Bewohner berichteten, die am Sonntagabend aufgeflammten Gefechte konzentrierten sich auf ein Viertel, das an die Kasernen der Präsidentengarde grenzt. Eine baldige Rückkehr des bei dem Attentat schwer verletzten Staatschefs Moussa "Dadis" Camara, der zur medizinischen Behandlung nach Marokko gebracht worden ist, erscheint inzwischen unwahrscheinlich.

Camara kann nicht sprechen

Camara könne zwar seine Umgebung wahrnehmen, aber nicht kommunizieren, sagte Außenminister Alexandre Cece Loua am Montag dem französischen Sender RFI. Informationsminister Idrissa Cherif widersprach Medienberichten über eine baldige Rückkehr Camaras. Die Entscheidung darüber liege bei Camaras Ärzten, sagte er. Der mutmaßliche Attentäter, der Kommandant der Präsidentengarde, Abubakar "Toumba" Diakité, befindet sich weiter auf der Flucht.

Der westafrikanische Staat ist seit dem Tod von Präsident Lansana Conte vor einem Jahr in einer tiefen Krise. Unmittelbar danach putschte sich Camara an die Macht. Bei der Auflösung einer Protestkundgebung gegen seine Herrschaft wurden am 28. September nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mindestens 157 Demonstranten getötet. (APA/AP)

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