Proteste in Teheran

Behörden: "Keine Gnade" für Demonstranten

8. Dezember 2009, 13:25

Iranische Behörden kündigen härteres Vorgehen gegen Demonstranten an - Motorradfahrer in Zivil bedrängten Moussavi - Schüsse bei Oppositionsprotesten

Teheran - Der Iran werde "keine Gnade zeigen" bei den Demonstranten, die "die öffentliche Sicherheit gefährden". Nach den neuerlichen Massenprotesten der Opposition im Iran haben die Behörden ein härteres Vorgehen gegen Demonstranten angekündigt. Generalstaatsanwalt Gholam Hossein Mohseni Ejehi sagte am Dienstag, bisher hätten die Behörden Zurückhaltung gezeigt. "Von heute an wird es keine Nachsicht mehr geben", erklärte er laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Am Montag war es bei der größten Demonstration in Teheran seit mehreren Monaten zu schweren Zusammenstößen zwischen Teilnehmern und Sicherheitskräften gekommen. Nach Behördenangaben wurden mehrere Demonstranten festgenommen, eine genaue Zahl wurde nicht genannt. Auf Web-Seiten der Opposition war unter Berufung auf Augenzeugen von mehr als 200 Festnahmen die Rede.

Moussavi durch Motorradfahrer bedrängt

Derweil haben Gegner des gemäßigt konservativen Regierungskritikers Mir-Hossein Moussavi den früheren Ministerpräsidenten in Teheran bedrängt. Wie Moussavis Website Kaleme.com berichtete, blockierten 30 bis 40 Motorradfahrer in Zivil am Dienstag die Ausfahrt der von ihm geleiteten Akademie der Künste in Teheran und hinderten ihn daran, das Gebäude mit seinem Auto zu verlassen. Ein Zeuge, der sich in der Akademie aufhielt, sagte der Nachrichtagentur AFP, Moussavi befinde sich noch immer in dem Gebäude.

Die von Regierungskritikern betriebene Internetseite Mowjcamp.com berichtete unterdessen, Gegner der reformorientierten Kräfte hätten Moussavis Frau am Montagabend an der Teheraner Universität, wo sie unterrichtet, angegriffen. Eine Gruppe von Frauen habe Pfefferspray in Richtung von Zahra Rahnavard gesprüht. Diese habe Verletzungen an den Augen und an den Lungen davongetragen. Moussavi gilt seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Iran für viele Gegner von Staatschef Mahmoud Ahmadinejad als Hoffnungsträger.

Zusammenstöße

Augenzeugen, Internet-Seiten der Opposition und staatliche Medien berichteten am Montag übereinstimmend von Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten in der Hauptstadt. Einigen Meldungen zufolge feuerten die Beamten Warnschüsse ab, setzten Tränengas ein und nahmen zahlreiche Menschen fest.

Eine unabhängige Bestätigung war nicht möglich, da ausländische Journalisten ihre Büros nicht verlassen durften. Augenzeugen zufolge kam es auch in anderen Städten zu Protesten. Der Opposition nahestehende Webseiten berichteten, es habe auch an Universitäten in den Städten Kermanshah, Majad und Shiraz Proteste gegeben.

"Die Sicherheitskräfte schlagen die Demonstranten, Männer und Frauen. Einige von ihnen sind verletzt und bluten", sagte ein Augenzeuge der Zusammenstöße auf dem zentralen Teheraner Haft-e-Tir-Platz der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich habe gesehen, wie mindestens zehn Menschen verhaftet und zu Kleinbussen gebracht wurden", sagte ein weiterer Zeuge. Nach Angaben der reformorientierten Internetseite "Mowjcamp" schossen die Sicherheitskräfte auf dem Engelab-Platz zur Warnung in die Luft, um die Menschenmenge auseinanderzutreiben. Auf dem Wali-Je-Asr-Platz werde Tränengas eingesetzt, sagte ein weiterer Augenzeuge.

Die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete Straßenschlachten zwischen Krawallmachern und der Polizei in der Umgebung der Teheraner Universität. Die reformorientierte Website Amikabir berichtete, die Sicherheitskräfte hinderten dort die Studenten daran, zu ihren Kommilitonen an anderen Hochschulen zu gelangen. Nach Angaben eines Augenzeugen errichteten die Beamten einen Metallzaun um das Gelände und verhängten diesen mit weißen Tüchern, um Passanten von Blicken auf den Campus anzuhalten.

Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern Ahmadinejads

Wie Augenzeugen berichteten, gab es auch Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Mahmoud Ahmadinejad. Die Gegner riefen nach den Angaben: "Tod dem Diktator." Die Polizei nahm Oppositionelle fest, wie es weiter hieß. Nahe der Universität hätten die Sicherheitskräfte Busse und Lastwagen geparkt, um Festgenommene abzutransportieren. Rund um die Universität sei es unmöglich gewesen, Mobiltelefone zu nutzen. Die Frequenzen seien gestört worden.

Die Hochschule war von Hunderten Sicherheitskräften umstellt. Die iranische Führung forderte die dort versammelten Studenten auf, den offiziellen Kundgebungstag nicht für Anti-Regierungs-Proteste zu "missbrauchen".

Die Demonstrationen fanden zum sogenannten Studententag statt, an dem im Iran des Todes dreier Studenten im Jahr 1953 unter der Herrschaft des Schahs gedacht wird. Die Regierung und die konservativen Revolutionsgarden hatten die Opposition und die zum großen Teil mit ihnen verbündeten Studenten davor gewarnt, den Feiertag für Proteste zu nutzen. Allerdings hatte Oppositionsführer Mir-Hossein Moussavi seine Anhänger am Sonntag dazu aufgerufen, auf die Straße zu gehen.

Eine Studentengruppe wiederholte am Montag im Internet ihren Aufruf zu demonstrieren und appellierte auch an die Bevölkerung, sich den Studenten anzuschließen. Moussavi kritisierte auf seiner Website die Regierung: "Wenn Ihr in den Universitäten Schweigen vorschreibt - was könnt Ihr dann für die Gesellschaft tun?"

"Politischer Starrsinn"

Die Behörden hatten am Wochenende ein hartes Vorgehen gegen die Demonstranten angekündigt. "Illegale" Versammlungen rund um die Universitäten wurden untersagt. Die konservative Parlamentsfraktion rief die Oppositionsführer am Montag auf, ihren "politischen Starrsinn" aufzugeben.

Nach der Präsidentenwahl am 12. Juni war Amtsinhaber Ahmadinejad trotz Vorwürfen der Wahlfälschung zum Sieger erklärt worden. Der Streit um den Wahlausgang hatte Gräben in der Führung des Landes aufgedeckt. Die anschließenden Straßenschlachten markierten die schlimmste Gewalt in dem islamischen Staat seit der Revolution vor 30 Jahren. Angaben über die Zahl der Toten schwanken zwischen mehr als 70 und etwa halb so vielen. Tausende Menschen wurden festgenommen, fünf von ihnen zum Tode verurteilt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu riet den USA unterdessen zum Einsatz des Online-Dienstes Twitter gegen die iranische Führung. Die Autorität Teherans sollte mit Internet-Botschaften untergraben werden, meinte Netanyahu bei einer Sitzung des Verteidigungs- und Außenausschusses, wie aus Parlamentskreisen verlautete. Auch die iranische Opposition nützt die Neuen Medien zur Koordinierung ihrer Proteste und als Informationsweg, um die staatlich gelenkten Medien zu umgehen. (red/APA/Reuters/AFP, derStandard.at, 8.12.2009)

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flash7
00
10.12.2009, 19:53
Mit der Bitte um Unterstützung

Majid Tavakkoli, a student leader arrested after a rousing speech at Amir Kabir University, has been dressed up as a woman by agents of the regime who claim he disguised himself in order to escape. His photos have been posted on Fars News, run by the revolutionary guards.Iranian men are showing their solidarity with Tavakkoli by wearing a hejab and posting their photo on the web.
http://www.facebook.com/photo_sea... =&view=all

Jimmy_Ringo
01
9.12.2009, 22:32
das ist die islamische Republik


schreit die junge iranische Frau.

http://www.liveleak.com/view?i=b9... 1260372437

countone
01
9.12.2009, 15:09
Bilder lügen nicht?

Die Bilder in diesem Artikel sind ungefähr genau so aussagekräftig, wie die gefakten Bilder der BBC vor einigen Monaten.
http://www.chartingstocks.net/2009/06/b... -coverage/

h 90
11
9.12.2009, 16:26

Es gibt eine Internetseite die die Fake Bilder bei den Dalai Lama Protesten aufdeckt.
Beim Iran wirds auch so sein...Wahllos irgendwelche Bilder von irgendwo zusammenschneiden.

Timagoras
 
00
9.12.2009, 16:36
"Beim Iran wirds auch so sein..."


stimmt!

im Iran gibt's gar keine proteste und demonstrationen.

und WENN's welche gibt, dann sind es illegale, von der CIA gesteuerte proteste irgendwelcher demokratiegegner, die man ruhig niederknüppeln darf und soll.

oder wie???

so go
10
8.12.2009, 19:22
genauso haben wir unser schwarz-blaues regime gestürzt, wobei wir skimasken getragen haben

Wie glaubwürdig sind "von Regierungskritikern betriebene Internetseite"n denn grundsätzlich bzw. in Österreich? Gebündelte Sprachrohre hat das glückliche Österreich aber ohnehin nicht nötig, weil unsere Streitmacht unseren Diplomaten nicht genug Macht zum streiten oder kriegen verleiht!

Einstein sagte: solange es Menschen gibt, wird es Kriege geben! Dass bedeutet für mich: Kriege sind menschlich und weil alle Menschen gleich sind; bedeutet dies, alle Menschen sind gleichermaßen kriegslüstern!

Zu glauben manchen Menschen sind "gleicher" ist zwar ein Verstoß gegen ein Menschenrecht, aber mMn dennoch überaus menschlich!

Ich werde Anderen auch weiterhin meine eigenen Vorstellungen aufdrängen, aber wer versucht das nicht? - die USA?

flash7
13
8.12.2009, 19:03
xx Hour1 wo sind Sie?

Bitte um Kommentare, Sie haben doch gemeint, es ist alles so friedlich im Iran, oder!

Wir haben ja Meinungsfreiheit im Iran, alle lieben AN und wir sind ein Vorzeigeland in Demokratie, Menschenrechte .....und es sind lediglich paar hundert Mojahedin-Anhänger....inzwischen sind es mehr Mojahedin und US-Agenten, alle sehr gut getarnt....als normales Volk und Studenten.... oder?

Sagen Sie doch was, klären sind uns auf, offensichtlich verstehen wir was anderes unter Meinungsfreiheit...

Wollen Sie sich nicht dem Volk anschliessen....? Wir respektieren alle Religionen, Nationen, politische Einstellung.....und wollen keine Atom-Waffen.....

MiNeum71
 
02
9.12.2009, 03:16


Dem xx Hour1 haben 's erzählt, wie nach der 1979er Revolution die Savak-Körper von den Bäumen des Baghe Mellat gehangen sind; jetzt sucht er schon vorsorglich um Asyl in Palästina an :)))

abischle
00
8.12.2009, 19:01
Sehr gut. Höchste Zeit für das Hoch-Anreichern des Regimes dort.

flash7
10
8.12.2009, 17:53
Watch this......I can smell teh victory

http://www.youtube.com/watch?v=JdUtEL7W0fk

Students of Tehran univeritsy burned Ahmadinejads Foto, Marg bar Diktator = "Nieder mit Diktator"

crowdsalad
58
8.12.2009, 17:35
höchster respekt gebührt den menschen im iran ...

die für ihre freiheit friedlich kämpfen und damit ihr leben riskieren.

h 90
00
9.12.2009, 16:28

fuer die Freiheit gegen eine gewaehlte Regierung???
Wenn in Oesterreich die FPOE mit Gewalt die Macht uebernehmen wollen wuerde, dann wuerden Sie sich auch freuen, oder?

der d
1412
8.12.2009, 17:08

gäbe es in österreich eine ebenso regime-kritische bewegung, die repression wäre die selbe (wenn nicht schlimmer...).

countone
00
9.12.2009, 12:40
Sanktionen

Bei den Sanktionen gegen Österreich war die EU nicht so zimperlich. Das ging schnell und unkompliziert.

Ex-Muslim
00
8.12.2009, 22:26

Grün deswegen, weil man schon sehr mutig sein muss eine solche Meinung ernst zu meinen und hier zu veröffentlichen. ;-)

Timagoras
 
00
9.12.2009, 13:07


"sehr mutig" muss man auch sein, wenn man sich nackt auf den weg zum gipfel des k2 macht.

aber ob das auch klug ist? ;o)

an kog
12
8.12.2009, 18:12

Darum sind damals bei den Donnerstag Demos auch immer Leute niedergeprügelt, erschossen und zum Tode verurteilt worden.

Troll.

. Diogenes
00
8.12.2009, 17:55
Geht´s noch blöder ?

Und dann gibt es noch Leute im Forum die finden so
eine inferiore Aussage cool.

Timagoras
 
00
9.12.2009, 13:08


was haben Sie erwartet?

countone
00
8.12.2009, 16:26

Was mich immer wundert, das sich kein Mensch über die Diktatur in Saudi Arabien aufregt. Dort werden die Menschenrechte aufs Übelste unterdrückt, wer beim Einreisen mit einer Bibel im Gepäck erwischt wird, dem droht auspeitschen, Frauenrechte sind nicht existent etc. Dazu kommt, das fast alle 911 Terroristen Saudis sind.
Warum wird darüber nicht gesprochen? Wohl deshalb weil die Saudis die besten Freunde der USA sind, da macht ein bisserl Auspeitschen, Foltern, Köpfen etc. nix. Wahlen gibts in dem Land auch keine...

Timagoras
 
00
9.12.2009, 13:08
"Was mich immer wundert, das sich kein Mensch über die Diktatur in Saudi Arabien aufregt"


ganz im gegenteil.
es gibt wohl niemanden (weder menschen noch medien), die sich NICHT darüber aufregen.
jedesmal, wenn jemand in S.A. gesteinigt, ausgepeitscht oder sonstwie übel "bestraft" wird, gibt es (zurecht) große empörung.

aber ich wüsste nicht, dass im moment dort demonstrationen stattfinden, über die man berichten könnte.

also?

kurt haenel
 
00
8.12.2009, 16:18

Der Iran werde "keine Gnade zeigen

der Iran oder die Ayatollahs, die um ihre Pfründe bangen ?

flash7
10
8.12.2009, 15:50
Mein Gott, das ist heute.....Standard team bitte berichten....

http://www.youtube.com/watch?v=BDW2VXJilPw

ince this morning (Dec 8, 2009) groups of IRG members and Basij militia have attacked Tehran and Beheshti Universities. According to report by Amir Kabir students’ news letter, this morning Tehran University’s doors were opened by the university security forced to IRG members and Basij militia so that they could enter the university. This happened after the fact that the students of Tehran University had a gathering today in protest to yesterday’s plain clothes militia brutally beating students. According to the report many students have been detained and police has attacked students with batons and pepper sprays.

At the same time, several bus loads of Basij militia and plain clothes thugs have

NONE
71
8.12.2009, 14:40

Ich bin mir nicht ganz sicher was die Demonstrationen bringen. Das iranische Regime geht ja nicht freiwillig weg.

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