Israelische Armee erschießt Zaunkletterer

7. Dezember 2009, 16:45
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Israeli versuchte, über Sperrwall auf das Gebiet von Gaza einzudringen

Tel Aviv - Israelische Soldaten haben am frühen Montag einen Israeli erschossen, der in den blockierten Gazastreifen eingedrungen war, bestätigte eine israelische Armeesprecherin. "Das Sicherheitspersonal hat den Mann aufgefordert, anzuhalten und mehrere Warnschüsse abgegeben", sagte die Sprecherin. Als er darauf nicht reagierte, hätten die Wächter Schüsse auf den unteren Körperteil abgegeben. Der Verletzte sei von Sanitätern behandelt worden und kurz darauf gestorben.

In Israel geht man davon aus, dass es sich bei dem etwa 30-jährigen Mann um einen geistig Verwirrten handelte. Die Sprecherin erklärte, er sei ein jüdischer Israeli namens Jakir Ben Melech. Seit der Entführung des israelischen Soldaten Shalit im Juni 2006 ist der Gazastreifen fast durchgängig blockiert. Die Einreise in das von der radikal-islamischen Hamas kontrollierte Palästinensergebiet ist israelischen Staatsbürgern untersagt. Israelis, die gegen das Verbot verstoßen, drohen Haftstrafen.

Israelische Medien berichteten, die Grenzschützer hätten entsprechend einer "Hannibal" genannten Vorschrift gehandelt. Demnach könnten israelische Soldaten auf Israelis schießen, um ihre Entführung zu verhindern. Israel fürchtet die Verschleppung weiterer Staatsbürger durch militante Palästinenser, die damit palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen freipressen könnten. Eine Armeesprecherin sagte jedoch, der Vorfall am Grenzübergang habe nichts mit einer entsprechenden Vorschrift zu tun gehabt. (APA)

 

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