"Warten auf Godot" feierte Premiere

6. Dezember 2009, 21:18
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Matthias Hartmann adaptierte seine Bochumer Inszenierung - Großer Publikums-Zuspruch für engagiertes Ensemble

Wien - Die ganze Bühne umspannt ein schwerenr Goldrahmen; Matthias Hartmann fasst symbolisch zusammen, was seit Samstag im Burgtheater zu sehen ist: Samuel Becketts "Warten auf Godot" ist ein szenisches Museumsstück, kaum antastbar.

Bei der Premiere der Inszenierung im Jahr 2002 in Bochum galt die Aufmerksamkeit vor allem einem Star, dem im Stück eigentlich nur eine kleine Rolle zukommt: Fernseh-Entertainer Harald Schmidt verkörperte den von seinem Herrn Pozzo misshandelten Lucky, der allein in einem einzigen Monolog den Fokus auf sich richten darf.

Geblieben sind die wahren Stars Hartmann-Regie: Michael Maertens als manisch-depressiver Wladimir und Ernst Stötzner als sein lebensverneinender, labiler Freund Estragon. Ignaz Kirchner gibt in Wien einen gelungen abgehobenen Pozzo, Marcus Kiepe mit Bravour den Lucky. Die Stärke der Inszenierung liegt in jenem Freiraum, den er seinen Schauspielern lässt.

Einen fünften Protagonisten hat Karl-Ernst Herrmann mit seinem Bühnenbild geschaffen. Auf einem riesigen Felsbrocken balanciert mehrere Meter über dem Bühnenboden jene Rampe, die im Laufe des zweieinhalbstündigen Abends gefährlich von der anfänglichen Waagrechten in die Schräge kippt.

Das Publikum reagierte angetan: Herzlicher, langanhaltender Jubel für das engagierte Ensemble und Hausherrn Matthias Hartmann. (APA/red)

 

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    Ernst Stötzner in der Rolle des Estragon

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