Kopf des Tages

"Saharauische Gandhi" in Lebensgefahr

6. Dezember 2009, 20:23
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    foto: reuters/suarez

Aminatou Haidar kämpft im Hungerstreik für die Westsahara

Der Befund der Ärzte ist besorgniserregend. Aminatou Haidar bleiben "Tage, wenn nicht nur Stunden". Seit drei Wochen ist die Bürgerrechtlerin aus der Westsahara im Hungerstreik auf dem Flughafen von Lanzarote. Sie protestiert damit gegen ihre Abschiebung durch die marokkanischen Besatzungsbehörden nach Spanien. Unnachgiebig, obwohl stark geschwächt, erklärte die 43-Jährige: "Ich möchte zurück in meine Heimat."

Die marokkanischen Behörden hatten Haidar den Reisepass abgenommen, als sie im November nach der Verleihung eines Preises für Zivilcourage durch die Train-Stiftung aus den USA nach El Aiun zurückgekehrt war, der Hauptstadt der seit 1975 von Marokko besetzten Westsahara. Nur Stunden nach der Ankunft setzten sie die Marokkaner in ein Flugzeug nach Lanzarote. Haidar habe auf dem Einreiseformular als Staatsbürgerschaft "Saharauisch" und nicht "Marokkanisch" eingetragen, sagt Marokkos Außenminister Taib Fasi Fihri zur Begründung.

Nach Spanien, zur früheren Kolonialmacht in der Westsahara, durfte Haidar trotz fehlenden Passes wieder einreisen. Doch als sie wieder eine Maschine Richtung Westsahara besteigen wollte, weigerten sich die spanischen Behörden. Ohne Pass ginge das nicht. "Marokko und Spanien zwingen mich gemeinsam in den Tod" , sagte die Menschenrechtlerin am Wochenende, nachdem alle Vermittlungsversuche zwischen Madrid und Rabat gescheitert waren.

"Die saharauische Gandhi" nennen ihre Landsleute Haidar. Mit 21 Jahren wurde sie zum ersten Mal festgenommen. Sie hatte anlässlich des Besuchs einer Uno-Delegation an einer Demonstration für eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit der Westsahara teilgenommen.

Haidar wurde verhaftet und ohne Verfahren vier Jahre lang in verschiedenen marokkanischen Gefängnissen festgehalten und gefoltert. 2005 musste sie abermals nach friedlichen Protesten gegen die Besatzung für sieben Monate hinter Gitter. Neben dem Preis für Zivilcourage erhielt die streitbare Mutter zweier Kinder 2008 auch den Menschenrechtspreis der Robert-F.-Kennedy-Stiftung.

Haidar handle im Dienste ausländischer Kräfte, sagt Marokko, und meint damit die Befreiungsbewegung Polisario, die in Flüchtlingscamps in der algerischen Wüste eine Exilregierung unterhält. Ausweisung ist Teil einer neuen Strategie Marokkos. "Jeder muss entscheiden, ob er Patriot oder Verräter ist", erklärte jüngst Marokkos König Mohamed VI. (Reiner Wandler/DER STANDARD, Printausgabe, 7.12.2009)

Kommentar posten
10 Postings
Fabio La Recca
00
4.12.2010, 18:08
@ Ava Tar ... Miss Chicken .... gelbe vom Ei

LEUTE WAS POSTET IHR DENN HIER?

Sorry jetzt werde ich etwas persönlicher... Brennt bei Euch der kommunistische Helm? Gehts noch?
Ihr selber wisst nicht was DEMOKRATIE heisst ... es gibt für EUCH nur ROT wie Blutverissen und das gegenteil von euch von EUCH BRAUN wie sch..sse.

Ich lebe hier in El-Aiun für Euch die das nicht kennen...Hafenstadt in Südmarokko... bis 1975 unter spanischer Franco-Diktatur besetzt. Jetzt durch ein rechtstaatlich und westlichnahestehende demokratische Marokko geführt.
POLISARIO mal für die die das nicht wissen arbeitet seit langem unter anderem mit der AL-KAIDA MAGHREB zusammen. NEIN natürlich nicht,nimmt endlich EURE kommunistischen Scheukappen runter. 95% fühlen sich hier als MAROKKANER. EndeAusMickyMaus !!!

captain future
00
8.12.2009, 06:45
Endlich mal eine symphatische Haider!

valentinapuma
00
7.12.2009, 20:21
Und Frauen wie diese bekommen natürlich keine Nobelpreis.

Eh klar, denn vor so viel Mut, Kraft und damit Macht erschlottern die Oslo-Männchen.

STANDING OVATION, Aminatu Haidar und meine allerhöchste Hochachtung.

Ava Tar
00
7.12.2009, 19:37
Es scheint so

als müßte die marokkanische Führungsclique demnächst Richtung Den Hag eingesammelt werden. Diese Affenbande.

miss chicken
16
7.12.2009, 08:58
österreich und die eu sollten endlich aktiv werden zugunsten Westsahara


Doch Völker- und Menschenrechte gegen ein Land einzufordern, das als Bündnispartner gilt, ist immer schon für unsere Politiker eine Zumutung gewesen.

Marokko ist ein repressiver Folterstaat, aber einer von uns! "Prowestlich" nennt man "befreundete Staaten". Mit solchen lege man sich nicht an.

Agor
00
7.12.2009, 19:08

Ich bin Ihrer Meinung aber wir schaffen doch nicht einmal in Österreich die Mensch- und Minderheitenrechte durchzusetzten und einzuhalten, wie sollen wir denn das dann glaubhaft in der Westsahra machen?

Ernst Guevara
00
7.12.2009, 07:38
"..vier Jahre lang in verschiedenen marokkanischen Gefängnissen festgehalten und gefoltert.."

genauer gesagt liessen die marokkanischen behörden sie gewaltsam "verschwinden", denn ihre angehörigen wussten nichts über ihren aufenthaltsort und dachten, sie sei tot. das erzwungene "verschwindenlassen" ist eine alte terrorstrategie von meistens diktaturen.

Laugenbrezel
00
7.12.2009, 00:40
... und so werden Menschen

bis aufs Blut gequält, aus reiner Machtgier (Marokko).
Wenn heute Österreich z. B. von Italien besetzt würde, würde ich mich auch bis zu meinem Lebensende als Österreicherin bezeichnen.

Monti80
00
29.12.2009, 20:03
Marokkanischsahara

Wenn Marokko soo Brutal wäre wieso haben sie der Dame nicht eine Kugel ins Gehirn gejagt. Wäre günstiger als der Flug nach Lanzerrotte. Fahre im Sommer wieder nach Marokko. Mal gucken was ich diesmal für`ne Folter bekomme...

gelbe vom ei
00
6.12.2009, 22:27
spindelegger muss aktiv werden!!

freiheit für die westsahara! jetzt! voll! ganz! petition unterschreiben unter unter http://www.passzurueck.at/

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