Britischer Wetterdienst steht kritisierten Klimaforschern bei

6. Dezember 2009, 17:30
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Met Office will die Daten von weltweit mehr als tausend Messstationen veröffentlichen

London - In den Streit um angebliche Datenfälschungen durch Klimaforscher in Großbritannien schaltet sich nun auch der britische Wetterdienst ein. Das Met Office will die Daten von weltweit mehr als tausend Messstationen veröffentlichen, um einen Anstieg der Temperaturen innerhalb der vergangenen 150 Jahre zu belegen, wie eine Sprecherin des Wetterdienstes am Samstag mitteilte. Demnach hat die Einrichtung in 188 Ländern um die Erlaubnis gebeten, entsprechende Daten auf ihrer Internetseite veröffentlichen zu dürfen. Der Wetterdienst sei "sehr zuversichtlich", dass die Daten eine Erwärmung der Erde zeigten, sagte die Sprecherin.

Das Met Office arbeitet eng mit der angesehenen Abteilung für Klimaforschung der britischen Universität von East Anglia (CRU) zusammen. Nachdem Computer-Hacker tausende interne E-Mails von CRU-Forschern im Internet veröffentlicht hatten, wird den Klima-Experten im Vorfeld des UN-Klimagipfels in Kopenhagen vorgeworfen, Daten vertuscht zu haben, die möglicherweise Zweifel an der These der Erderwärmung stärken. Die Universität leitete daraufhin eine Untersuchung der Vorgänge ein. Auch der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, Rajendra Pachauri, bezeichnete die Vorwürfe am Freitag als schwerwiegend und kündigte Aufklärung an.

Der Physiker und Mitautor des UN-Klimaberichts, Niklas Höhne, bezeichnete die Aufregung um angebliche Datenfälschungen der Klimaforscher als "übertrieben". Natürlich müsse man sehr vorsichtig mit den Zahlen umgehen und aufpassen, dass auch wirklich alles richtig gemacht worden sei in der Wissenschaft, sagte Höhne, Direktor für Energie und Klimapolitik bei der Beratungsgesellschaft ecofys, am Samstag im Deutschlandradio. "Aber die Art und Weise, wie jetzt Klima-Skeptiker darauf aufspringen, finde ich etwas zu übertrieben." (APA)

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