Bricknersblog

Kulturell intolerant

Irene Brickner, 6. Dezember 2009, 15:56

Neue Umfrageergebnisse belegen die in Österreich herrschende Distanz zu Einwanderern, die als solche zu erkennen sind. So ist das Land nicht zukunftsfit

Unter Menschen, die den Umstand, dass sie in einem faktischen Einwanderungsland leben, etwas Positives abgewinnen können - etwa weil sie Vielfalt schätzen und das Grundrecht der Religionsfreiheit hochhalten - hat die Diskussion nach dem Schweizer Nein zum Bau von Minaretten Frust und Befürchtungen ausgelöst. Tatsächlich lässt das helvetische Votum in Österreich vor allem die Rechtspopulisten von FPÖ und BZÖ Morgenluft wittern (heute schaffen wir das Minarett, morgen die Burka, übermorgen die Mehrheit) während die anderen politischen Player verstummen - und das Ganze wird auch noch verstärkt untermalt von muslimenfeindlichen Wortmeldungen aus des Volkes Mund auf Straßen, in U-Bahnen und Internetforen.

Wem darüber die Grausbirnen aufsteigen, sollte sich klar sein: Dieser ausländerfeindliche Hype kommt nicht von ungefähr und auch gar nicht überraschend - nur hat bisher keiner ernsthaft etwas dagegen unternommen. Das zeigen die neuen Ergebnisse einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes GfK über "Einstellungen zur Migration", die am Rande der Vorstellung des Integrationskonzeptes für Wien der Industriellenvereinigung (IV) vor ein paar Tagen präsentiert wurden.
Ihre Kernaussage: Zwar sieht eine Mehrheit der Befragten wirtschaftliche Vorteile durch Einwanderung und ist dafür, Migranten die Eingliederung am Arbeitsmarkt zu erleichtern (81 Prozent sind "völlig" oder "eher" der Ansicht, dass "wer legal in Österreich lebt, hier auch arbeiten dürfen sollte"). Aber nur eine Minderheit ist der Meinung, dass "kulturelle und religiöse Vielfalt etwas Positives und für alle im Land eine Bereicherung" darstellen.

Diesem Statement stimmten in ganz Österreich nur zehn Prozent der Befragten "völlig" und 27 Prozent "eher" zu. 26 Prozent teilten die Ansicht „eher nicht", weitere 26 Prozent "gar nicht" (bei acht Prozent "weiß nicht"-Antworten und vier Prozent, die gar keine Angaben machten). Macht 37 zu 52 Prozent gegen "Vielfalt als Chance" (so der Titel besagten IV-Konzepts), wenn sich die neue Vielfalt tatsächlich auch bemerkbar macht. Sei es durch ortunübliche Kleidung, Sprache, sonstige Sitten und Gebräuche - oder gar ein Gotteshaus mit Minarett.

Zuwanderung? Bitte sehr, wenn es denn sein muss - vor allem, wenn es uns wirtschaftlich etwas bringt. Aber wenn schon, dann so, dass man es nicht merkt: So könnte man diese Meinungsmischgulanz zusammenfassen. Laut GfK-Chef Rudolf Bretschneider hat sie in Österreich Tradition, wobei jedoch seit Mitte der 1990er-Jahre die "kulturelle Offenheit" massiv abgenommen habe: 1994 meinten 68 Prozent, dass "Ausländer ihren Lebensstil ein bisschen besser an jenen der Inländer anpassen" sollten, 2008 war diese Mehrheit noch weiter angeschwollen, auf 80 Prozent. Dass auf dieser intoleranten Meinungsbasis Minarettprojekte nur ein wackliges Fundament haben, dürfte auf der Hand liegen. Ebenso, dass derlei Einstellungen keinerlei Grundlage für die Herausforderungen einer Einwanderungsgesellschaft sind. Also untauglich für die Gesellschaft, in der wir leben.

Irene.Brickner@derStandard.at

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Posting 1 bis 25 von 215
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csae2394
00
21.12.2009, 13:13
schon aristoteles

hat vor der demokratie gewart. sie führt in eine diktatur der mehrheit.

pro digi
012
15.12.2009, 17:37
apell an brickners toleranz gegenüber kritischen postings , die 3.

das ist kein ausländerfeindlicher hype .
hier geht es nicht um ausländer .
es geht um das totalitäre system islam .
convertiten sind zb die radikalsten feinde der demoktatie , also inländer .
aber macht so weiter , drückt jeden ins rechte eck , der verstanden hat , dass demokratie kein naturgesetz ist , sondern hart erkämpft wurde.
den erfolg eurer methode kann man euch nicht streitig machen . sogar sekulare muslime bringt ihr so zum schweigen , zur zeit treten zb. in deutschland viele aus der cdu aus , weil sie es nicht mehr ertragen , sogar als muslime bei jeder kritik nach rechts geschoben zu werden .
brickner und co unterbinden jede diskussion und sind der nährboden für die wirklich gefährlichen rechten parteien .

Marie Sandoz
00
21.12.2009, 13:59
Den Nagel auf den Kopf getroffen.

Das genau ist das Problem!

van.der.stiege
06
16.12.2009, 09:23
du hast sowas von recht!

aber ein umdenken wird hier wohl nicht so schnell einsetzen :-((

springflower
010
14.12.2009, 09:31
Die Inländer sind also immer zu wenig aufge-

schlossen gegenüber fremden Kulturen. Selten hört man, dass fremde Kulturen gegenüber dem Gastland zu wenig aufgeschlossen sind. So ist es aber.
Das ist als würde ich nach Saudiarabien gehen, mich dort im Bikini an den Strand legen und danach leicht bekleidet einkaufen gehen, nur weil ich es von zu Hause so gewöhnt bin. Geht gar nicht. Angehörige des islamischen Kulutrkreises gehen leicht bis stark verhüllt (Burka) in unseren Einkaufszentren spazieren und erwarten, dass wir das offenherzig akzeptieren. Ich tu das nicht, denn ich habe als Frau kein Interesse an der Wiedereinführung eines mittelalterlichen Patriarchats.

Cielito Lindo
011
13.12.2009, 23:22
Diese einseitige Befürwortung

schadet im Grunde den Migranten mehr als sie ihnen nützt. Es ist nicht möglich, auf Dauer alles unter den Teppich zu kehren, was an mitgebrachter Kultur mit Europa nicht vereinbar ist. Es wäre viel ehrlicher, sich mit den Missständen offen auseinanderzusetzen, um jenen, die prinzipiell gegen alles Fremde sind, den Wind aus den Segeln zu nehmen.

johann potakowskyj
 
03
14.12.2009, 07:56
sind die, die gegen alles fremde sind gegen chinesen, japaner, polen, ...

... es sind immer diese totschlagargumente, die eine diskussion unmöglich machen.

Cielito Lindo
02
14.12.2009, 22:51
Welches Totschlagargument?

Es gibt sehr wohl Leute, die niemanden im Land haben wollen, wenn er quasi nicht blond und blauäugig ist.
Die andere Seite sind jene, die alles gutheißen oder jeden Mist schönreden, solange es um Migranten geht. Vor allem aber verschließen sie die Augen vor der Islamisierung Europas.

johann potakowskyj
 
07
13.12.2009, 19:10
hier entsteht

eine hirarchische.patriachalische parallelgesellschaft, die geglaubt haben überwunden zu haben.

weiters möchte ichn feststellen, dass ich nach 6 jahren regelmäßigen surfen in islamischen informationsquellen und diskussionen in islamischen foren befürchte, dass die internationale islamische gemeinde, ihr streben nach dem westen nicht so sehr als immigration, sondern schon als invasion der islamisierung betrachtet.

ich denke, dass man besser jetzt beginnt forderungen an diese immigration zu stellen, wenn man nicht möchte, dass spätestens unsere enkel einen bürgerkrieg gegen den islam haben werden.

sprechen wir das doch einmal offen aus!

maxbz
010
12.12.2009, 20:17
Erst das Minarett, dann der Muhezzinruf:

http://www.spiegel.de/video/vid... 35772.html

Ob man das will oder nicht ist völlig egal, als betroffener Bürger hat man eh kaum eine Möglichkeit etwas dagegen zu tun, man muß eher noch befürchten, das man von Leuten wie Frau Brickner eins mit der Moralkeule übergezogen bekommt.

Was derzeit in Europa geschieht ist eine kulturelle Vergewaltigung.

LiebeSucher=GottSucher
01
12.12.2009, 11:24
Islamophobie und Homophobie

Es muss möglich sein sachlich Probleme anzugehen. Das hat nichts mit Angstmacherei zu tun. Auch wenn viel undifferenziert polemisiert wird.

Der Waehlerwille
 
120
9.12.2009, 19:36
ob frau brickner mit ihren pauschalierungen eigentlich weiss ...

dass sie genau dasselbe tut dass auch rassisten und xenophobe tun?

juniorfritz
023
9.12.2009, 17:29
Manchmal ist Toleranz nicht wirklich angebracht

http://www.spiegel.de/panorama/... 12,00.html

luchmhor
02
13.12.2009, 17:18

http://diepresse.com/home/pano... t/index.do

"Spanien: Scharia-Gericht verurteilte Frau zum Tode"

Es gibt schon eine Parallelgesellschaft. Daran ist nicht Europa schuld. Oder intolerante Bürger. Daran ist eine extrem politische Religion, welche die Aufklärung noch nicht durchgemacht hat, schuld.

Winter20
019
9.12.2009, 16:52
Seit Mitte der 1990er-Jahre habe die "kulturelle Offenheit" massiv abgenommen. Nur eine Minderheit ist der Meinung, dass "kulturelle und religiöse Vielfalt etwas Positives und für alle im Land eine Bereicherung" darstellt.

Woran das wohl liegen mag? An der Tatsache, dass die Österreicher kollektiv zu faschistischen, islamophoben Ausländerfeinden mutieren, gesteuert vom "ausländerfeindlichen Hype" der KRONE, FPÖ/BZÖ? Oder vielleicht doch daran, dass es keinen demokratischen Grundkonsens darüber gibt, ob Österreich eine Einwanderungsgesellschaft sein soll? Oder an den empirischen Erfahrungen der nativen Bürger mit den "ortunüblichen Sitten und Gebräuchen" der Immigranten am Arbeitsplatz, in den Wohnäusern und in öffentlichen Schulen? Oder daran, dass nur wenige Bürgern erkennen, welchen Beitrag die islamische Immigration leistet, um "das Grundrecht der Religionsfreiheit hochzuhalten"?

Helmut-S
231
9.12.2009, 15:39
Es ist halt ein bisschen schwer...

...tolerant und offen gegenüber kulturellen Bereicherungen zu sein, wenn die zuständigen Berreicherer (oft oder meist türkischer Herkunft) in gewissen Bereichen des 16en und 10en Bezirkes bereits eine Intoleranz gegen österreichische Kultur an den Tag legen.

Wenn sich ein österreichisches Mädel als Schlampe schimpfen lassen muss weil sie sich etwas anzieht was der Koran nicht will, wo ist dann der Benefit für die Einheimischen?

Und tatsächlich ist das doch ein Islam- und Türkei-Problem. Niemand regt sich über Polen oder Inder auf.

Wenn aber gewisse Einwanderergruppen den hiesigen ihre Lebensart als die einzig wahre und gültige eindrücken wollen...

Nur sowas kennt Frau Brickner sicher nicht aus ihrem Elfenbeinturm.

Winter20
125
9.12.2009, 12:49
Wirtschaftliche Vorteile der Immigration

Die Behauptung, dass Immigration für die wirtschaftliche Entwicklung des Gastlands von Vorteil sei, ist empirisch falsifiziert:
1. Durch Immigration wurde der Strukturwandel temporär aufgeschoben, aber nicht verhindert (zB Textilindustrie in Österreich, Bergbau in D etc.)
2. Durch billige ausländische Arbeitskräfte wurde der Lohndruck auf Inländer erhöht.
3. Länder mit hohen Anteilen außer-europäischer Migranten (D, F, UK, NL) haben massive soziale Probleme, die den Zusammenhalt der Gesellschaft bedrohen.
Die Kosten der Immigration werden sozialisiert, die Vorteile privatisiert. Insgesamt war der wirtschaftliche Nutzen der Immigration termporär, die negativen Folgen jedoch sind nachhaltig.

maxbz
02
13.12.2009, 13:10
Dazu ein guter Link, dürfte für Österreich eher noch negativer ausfallen:

http://www.herwig-birg.de/downloads... 09-web.pdf

Meslier
327
9.12.2009, 11:38
"Türken (Moslems) integrieren sich am schlechtesten"

So stand es kürzlich in den meisten (deutschsprachigen) Medien sämtlicher Reichshälften zu lesen. Die verifizierten Statistiken dazu sind bekannt - die betroffene Bevölkerung kann das nur bestätigen. Paradigmatische Gründe die Türken betreffend: Erdogans Kölner Rede (Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit), der türkische Nationalismus (Milli Görüs) und die islamisch geprägten sozialen Strukturen (ATIB). Wenn man diese Tatsachen nicht zur Kenntnis nimmt und endlich gegensteuert, ist jedes weitere Wort sinnlos.

Kontrahent1
024
9.12.2009, 12:01
Dazu kommt noch die präpotente Kritik

der Türken an der demokratischen Volksabstimmung in der Schweiz.- In der 'Presse' war vorigen Donnerstag zu lesen, daß die Reformierte Kirche in der Türkei seit 1992 zehn Bauanträge laufen hat, von welchen kein einziger bis heute bewilligt ist. Wir wollen uns mit solch mittelalterlichen Staaten nicht vergleichen, aber dann sollen die etwas zurückhaltender mit ihrer Kritik sein.

ezialist
110
9.12.2009, 10:54
ich würde mir wünschen,

daß speziell Einwanderer mit islamischen Hintergrund ein bischen mehr integrationswillig sind...

da das immer Familien mit vielen Kindern sind, wird es in der nächsten Generation schon übel mit den Vertretern der hiesigen Kultur aussehen...

speziell was Gleichberechtigung betrifft wird es bald massiv rückläufige Tendenzen geben...

der Bericht von vorgestern über religiöse Toleranz in der Türkei war auch interessant - dort muß ein Christ um sein Leben fürchten - es hat schon mehrere Morde gegeben...

Mathias
 
111
9.12.2009, 16:31
wird es in der nächsten Generation schon übel mit den Vertretern der hiesigen Kultur aussehen

Welche Kultur meinen Sie? Feiertage werden sowieso aussterben, da die Kirchgänger (Grund für Feiertag) aus bleiben! Dazu mischen sich etliche alternative Kirchen und Glaubensgemeinschaften, Atheisten usw.

Unsere Kultur hat sich außerdem seit den ersten Römern hier verändert. Was aber wirklich gefärdet ist, sind Begriffe wie Humanismus, Ethik und Meinungsfreiheit. Das wird nicht nur durch einige Migranten gefärdet, sondern hauptsächlich durch Politiker wie Schäuble & Co ...

maxbz
05
9.12.2009, 10:48
Was Toleranz so alles ermöglicht:

http://www.spiegel.de/panorama/... 12,00.html

prusiner
135
8.12.2009, 21:03
intolerant?

das ist noch gar nix derzeit; wir werden sehen, wie "intolerant" die Kinder und Jugendlichen schon sind und noch werden, die ihre Erfahrungen in Schule und Freizeit mit div. Zuwanderergruppen machen;



Igor Gassner
014
8.12.2009, 22:59
das bereitet mir auch Kopfzerbrechen

die Hälfte wird zu Verliereren erzogen die andere radikalisiert und natürlich wird das Problem wieder klein geredet bis es zu spät ist.

Es wird eine massive Auswanderungswelle in die USA geben das kann ich schon jetzt vorhersagen.

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