London plant Steuer auf Banker-Boni

6. Dezember 2009, 19:55
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Höhe noch unklar - Experten rechnen heuer mit Bonuszahlungen von sechs Milliarden Pfund

London - Nach heftigem Widerstand gegen Banker-Boni plant das britische Finanzministerium laut einem Bericht eine Sondersteuer auf diese Provisionszahlungen. Die Regierung wolle auf diese Weise den zunehmenden Ärger der Bevölkerung über die hohen Banker-Boni Luft verschaffen, berichtete die Zeitung "Sunday Observer". Experten rechnen für dieses Jahr mit Bonuszahlungen in Höhe von 6 Mrd. Pfund (derzeit 6,6 Mrd. Euro). Die Höhe der Boni-Steuer sei aber noch unklar. Sie sei nur eine von mehreren Steuerbelastungen für Wohlhabende, die Finanzminister Alistair Darling im vorläufigen Haushaltsbericht am Mittwoch stärker zur Kasse bitten will.

Massen-Kündigungen bei RBS

Im anhaltenden Streit um die Bonus-Zahlungen haben indes laut "Sunday Times" bei der staatlichen Royal Bank of Scotland (RBS) mehr als 1.000 Investmentbanker gekündigt. Sie reagierten damit auf Drohungen des Finanzministeriums als Hauptaktionär, Boni in Höhe von insgesamt 1,5 Mrd. Pfund (derzeit rund 1,65 Mrd. Euro) nicht zu genehmigen. Allein das Jahresgehalt der Investmentbanker, die nun ihren Hut genommen haben, betrug demnach 600 bis 700 Mio. Pfund im vergangenen Jahr. Konkurrenten hatten sie abgeworben und ihnen garantierte Boni zugesagt. In der Finanzbranche ist eine bezahlte Übergangszeit von mindestens drei Monaten üblich. (APA)

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    Mehr als tausend Investmentbankter sagten der Royal Bank of Scotland "bye bye".

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