Platz fünf bei der Abfahrt in Beaver Creek, Schweizer Doppelsieg durch Janka und Cuche in Hundertstel-Krimi
eaver Creek - Doppelsieg für die Schweiz bei der Abfahr von Beaver Creek am Samstag. Carlo Janka bewältigte die Strecke "Birds of Prey" als Schnellster, Didier Cuche lag nur zwei Hundertstel dahinter. Zwei weitere Hundertstel dahinter kam Aksel Lund Svindal auf Platz drei. Vor einem Jahr war der Norweger in Beaver Creek schwer zu Sturz gekommen.
Die ÖSV-Speed-Abteilung fuhr erneut eher hinterher. Michael Walchhofer landete als Bester mit 0,46 Sekunden Rückstand auf Platz fünf - ein Hundertstel hinter dem viertplatzierten Bode Miller. Von den übrigen Österreichern schaffte es nur noch Mario Scheiber als Zehnter unter die Top-Ten, Klaus Kröll wurde 14. Für Janka war es der insgesamt vierte Weltcupsieg seiner Karriere, der zweite in Folge. Schon am Freitag hatte der 23-jährige Aufsteiger die Superkombination für sich entschieden.
Hatten in den Vortagen Temperaturen von minus 20 Grad für
aggressive Schneeverhältnisse gesorgt, war es am Renntag mit minus
7 Grad geradezu lau. "Es war heute bei weitem nicht mehr so bissig.
Vielleicht war ich etwas zu
sensibel unterwegs", kritisierte Walchhofer seine mangelnde Anpassunsfähigkeit.
Vor allem die Steilhang-Ausfahrt misslang dem Ex-Weltmeister. Ein Fehler, der sich bis ins Ziel fortsetzte. Nun bräuchte es Geduld. "Die Form stimmt,
die Ergebnisse nicht. Jetzt gilt es, in Europa auch Ergebnisse zu
bringen."
Die Dominanz der Schweizer schmerzte schon ein bisschen: "Dass die
einen Doppelsieg haben und ich nicht mitreden kann, zipft mich an."
Klaus Kröll, immerhin Zweiter der Weltrangliste, war nach erneut vergeblicher Formsuche etwas ratlos: "Ich
weiß auch nicht, was heute los war, es wären meine Bedingungen
gewesen. Ich hatte Grip-Probleme, Abstimmungsprobleme, habe ewig
lange gebraucht, um um die Kurve zu kommen. "Wir haben viel Arbeit vor uns!"
Anders die Gefühlslage beim lange verletzt gewesenen Mario Scheiber. Er fuhr mit Startnummer
35 auf Platz zehn und jubelte über sein bestes Ergebnis seit dem
Comeback. Wegen neuerlicher
Knieprobleme (Knorpelschaden) muss der 26-Jährige allerdings auf einen Riesentorlauf-Start am
Sonntag verzichten und fliegt vorzeitig zurück nach Europa. Eine eventuelle Operation schloss
Scheiber nach diesem Spitzenresultat aber aus.
Janka etablierte sich mit seinem ersten Abfahrtstriumph
auf einer der schwersten Strecken der Welt als gegenwärtige Nummer eins. In seinen fünf Saisonrennen hat der erst 23-jährige aus Graubünden nun zwei Siege und vier Podestplätze
herausgefahren und führt mit 360 Punkten in der Weltcup-Gesamtwertung vor
Cuche (319) und Benjamin Raich (201). Der Tiroler hatte auf einen Start in der Abfahrt verzichtet. Nach vier Siegen in sechs Rennen liegen die Schweizer auch in der
Mannschaftswertung klar voran.
Janka gilt auch im Riesentorlauf als der
große Favorit, schließlich ist er Weltmeister. Der
nervenstarke Schweizer kann
da in die Fußstapfen von Hermann Maier treten, der als bisher
einziger Rennläufer in Beaver Creek drei Rennen in Serie gewonnen
hat. Nach dem Salzburger soll auf der "Birds of Prey" demnächst ein
Streckenteil benannt werden. (red/APA)